Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 69)
- Language
- German
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47 Und so sehet ihr leicht ein, was die Erkenntniß Gottes als ewigen Wesens in uns zu wirken vermag, nämlich: ein unbegrenztes Vertrauen zu Gott und seiner Fügung, ein Vertrauen, das in der Mitte der bittersten Leiden von unsern Lippen die Frage hinwegnimmt: warum läßt du es mir so übel ergeben? Ein Vertrauen, das fester hält als der Anker im Meeresgrund, das sicherer stützet als der Stab in unserer Hand, das gewisser uns leitet als Heller Sonnenschein. Was der Herr thut, ist beschlossen seit Ewigkeit, was der Herr geschehen läßt, ist nicht gestern und ehegestern erdacht, sondern von Ewigkeit her, in sein Buch waren unsere Tage verzeichnet, bevor noch einer von ihnen war, wie der Psalmist sagt. Darum ist die Ewigkeit Gottes mehr als seine Allmacht. Denn diese saget uns nur: wider den Willen Gottes kannst du dich nicht auflehnen alles was ihm beliebet, tbut er — aber die Ewigkeit ruft uns zu, daß der Herr seine Welt geschaffen, um ewig von ihm geleitet zu werden; er zerstöret nickt, er bauet aus, er schlägt nicht, er heilet; dieser Ewigkeit macht er unsere Seelen theilhaftig, wenn wir auf Erden gewandelt, wenn die Staubeshülle zerfällt, wenn der Tod sein Recht erhalten an dem, was geboren ist, wenn die Zeitlichkeit abgeschlossen. Amen.