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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 23-24 (1905) · p. Seite 356

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
23-24 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 356 (sequence 8)
Language
German
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JUNG ISRAEL 35 (> Das Ödländer des Lichts. Ein Chanuka-Waldmärchen von Jacob Lewv. (Schluß.) Der Schneefall wurde dichter, die Flocken wirbelten wie Weiße Vögel, die in endloser Zahl, Schwarm aus Schwarm, zur Erde flatterten. Zu seiner Freude bemerkte Joseph den Fußpfad, von dem er sich noch weit entfernt dünkte und betrat ihn mit erneutem Mut. Der Weg erschien ihm mühselig, doch das verschuldete der Wind, der sich erhoben hatte und ihm ins Gesicht blies. Ter Schneefall wurde ihm zur schweren Last, jetzt muß er doch bald wieder in die Landstraße gelangen und dann winkt ihm das väterliche Dach. Aber was ist das? Der Weg hörte plötzlich auf, und er stand vor einem Holzschlag. Der Unglückliche hatte sich verirrt, er hielt einen Weg, den die Holzfäller geschlagen hatten, für den sicheren Fußpfad. Jetzt mußte er den ganzen Weg wieder zurück, um die Landstraße zu erreichen. Aber dafür kannte er doch feinen Wald zu genau! Er konnte sich nach der Himmelsgegend orientieren, und wenn er jetzt quer durch den Wald ging, hätte er überhaupt keinen Umweg gemacht. Mit der Sorglosigkeit der Jugend strebte er durch den dicken Wald und pfiff ein munteres Lied. Es wurde immer dunkler, aber kein klarer Mond, kein freundliches Sternbild erhellte den Weg des einsamen Wanderers. Der Sturm hatte sich erhoben, und es heulte und pfiff in den Lüften. Der Orkan peitschte dem armen Jungen den Schnee ins Gesicht, das er vergeblich mit den Händen zu schützen suchte. Er konnte nichts mehr sehen, sondern strebte nur blindlings weiter. Plötzlich stand er vor dichtem Gestrüpp, er hatte den Weg, die Richtung verloren, er wußte nicht, wo er war. Atemlos blieb er stehen, er konnte nicht mehr weiter. Zum Glück ließ die Heftigkeit des Sturmes nach, fodaß er Atem schöpfen konnte. Er war aber müde geworden, feine Schuhe schienen ihm zentnerschwer, er konnte die Füße nur mit Mühe aufheben. Nur einen Augenblick wollte er ausruhen und ließ sich an einen Baum nieder. Der Unglückliche bedachte nicht, daß er sich dem Erstarrungstode aussetzte. Die Ruhe tat dem Erschöpften wohl, er schloß die Augen und dachte, nur einige Minuten Rast, und ich bin dann neu gestärkt. Aber die Minuten der-

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