Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 21 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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332 JUNG ISRAEL •m Verneigung, während die Zweige leise ihren Abschiedsgruß säuselten. Kaum waren die letzten Bäume vorbeigetanzt, da schlug die alte Dorfuhr ein weithin tönendes „Eins". Dunkel und schweigend wie sonst lag der Wald in der Ferne. Der Wind aber zeigte auf einen mächtigere Reisighaufen, der vor der Hütte lag. „Das alles haben dir die Bäume geschenkt," sagte er freundlich. „Nun werdet ihr diesen Winter nicht mehr frieren." Das Bublein ftanrmelte ein glückseliges: „Hab' Dank, lieber, guter Wirrd," dann sank sein Köpfchen schlaftrunken an die Schulter des Windes zurück. Der lachte und gähnte dabei herzhaft. „Ich bin rrrüde und du auch, kleiner Fietz," sagte er. „Wir müssen beide zu Bette gehrr." Er packte das Büblein und heidi! — lag es drinnen im Stübchen auf seinem Bett und war schon fest eingeschlafen, ehe der Wind nach Hause flog. Als die SOhita am andern Morgen heün kam, schlug sie vor Erstaunen die Hände über dem Kopf zusammen. „Wer hat uns das schöne Brennholz geschenkt? Ob wohl der reiche Onkel im Dorf an uns gedacht hat?" „Ach nein, Mütterlein" rief das Büblein und sprang fröhlich ans Fenster und guckte hinaus. „Das hat uns der liebe Wind geschenkt!" „Du hast geträumt, kleiner Fietz," lächelte die Mutter. Aber Fietz schüttelte den Kopf. Das wußte er besser. (Aus „Kind und Kunst")