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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 20 (1905) · p. Seite 313

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
20 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 313 (sequence 13)
Language
German
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JUNG ISRAEL 313 kreuzten Fäden kreisförmig erst einen kleinen unb neben diesem einen größeren Faden ein und fuhr damit so lange fort, bis ein herrliches Reh fertig war. In den Mittelpunkt dieses Gewebes fehle sich hierauf die Künstlerin und fing an zu schaukeln und zu schwenken, daß alle befürchteten, das luftige Flechtwerk könne jeden Augenblick zerreißen und Frau Spinne herabfallen. Doch waren die Fäden so elastisch und fest, daß auch nicht der kleinste Unfall eintrat. Nachdem unter mehrfachem Hervorruf diese Vorführung beendet war, kenn ein kleiner, in Grau gekleideter Künstler, Herr Schnellkäfer, an die Reihe. Gr brachte seinem Namen alle Ehre ein. „Wie macht's der Hund, wenn er tot ist?" rief Herr Walker, der Leiter der ganzen Vorstellung. Sofort legte sich Herr Schneller ans den Rücken und zog die Beine dicht an den Leib, so daß er vollkommen einem Toten glich. Bei dein Rufe jedoch: „Wieder lebendig!" schnellte sich der Käfer mit Hilfe seiner stark entwickelten Halsmuskeln so hoch in die Luft, daß den Zuschauern Hören und Sehen verging und sie meinten, Herr Schneller müsse beim Herabkommen Hals und Beine brechen. Jener aber stand hoch ansgerichtet auf den Hinterfüßen, machte eine zierliche Verbeugung und trat ab. Laute Beisallsspeude lohnte auch diese Darbietung. Jetzt kam Herr Heuschreck, der Sprungkünstler, an die Reihe. Er stellte sich vor ein ansehnliches Reisigbündel, das aus der Waldblöße lag, und ehe die Zuschauer sich dessen versahen, war er weit darüber hinweggesprungen. Auf allgemeines Verlangen wiederholte Herr Heuschreck dieses Kunststück noch einige Male. Tann trat auch er ab. Ihm folgten zwei berühmte Schnell- und Wettläuser, der dunkelbraune Ranpenjäger und der Goldlauskäser, welche zuerst einen spannenden Dauerlaus aussührten und daraus mit einander um die Wette liefen. Dabei bewegten sie die Beine mit einer Schnelligkeit, die das größte Staunen erregte. Ein gleiches bewirkte ein Ringkamps, ausgeführt von zwei kunstgcübtcu, großen Waldameisen, welche hoch ausgerichtet aus einander losgingen, sich gegenseitig angrisfen, aushoben, niederwarsen. mit einander rangen und was der lustigen Dinge inehr waren. Den Schluß der künstlerischen Vorsübrungen machte ein von der

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