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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 15 (1905) · p. Seite 230

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
15 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 230 (sequence 12)
Language
German
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230 JUNG ISRAEL New-Iork auftauchte. (St war ein „Loser", ein Schreiber, der vorzüglich die hebräische Quadratschrift meisterte, auch gut hebräisch sprach. Man kann sich denken, daß er nicht wenig von den Juden augestaunt wurde, mit denen er znsammenkam, nnd die nicht die mindeste Ahnung von der Existenz „schwarzer Inden" hatten. Schwarze Inden gibt es aber nicht nur in den ägyptischen Oasen, sondern auch in Bombay, wo sie einen Teil der Bene Israel, deren Mehrzahl übrigens weiß ist, ansmachen. Sehr dunkelfarbig sind auch die Inden von Jemen (Südarabien) und die Falaschas im Westen Abessiniens. Diese zum Judentum bekehrten Falaschas gehören zu der ausgedehnten hamitischen Rasse, die von Marokko bis Somaliland und Uganda reicht. Tie Bekehrung war vermutlich von Aegypten ans erfolgt. Als sicher kann wohl angenommen werden, daß die Bekehrer griechisch sprachen und hebräisch verstanden; die jetzigen Falascha aber sprechen und verstehen nur äthiopisch, und zwar eine Mundart, die dem Agau verwandt ist, während der Mosaismns und seine Gebräuche sich erhielten. Auch ist noch die Thora vorhanden, freilich in äthiopischer Sprache. Entweder von dem Sassamdenreiche, das unter Anoschirwan eine Art Oberhoheit über Jemen ansübte, oder von Aegypten sind jüdische Emigranten auch nach Arabien gekommen und haben das Volk der Himjariten für den Mosaismns gewonnen. Das scheint bald nach dem Jahre 500 geschehen zu sein. Trotzdem aber dann von Byzanz ans die Himjariten dem Mosaismns wieder entrissen wurden, blieben Vertreter und Lehrer der Inden im Lande, auch fernerhin die Kultur der Außenwelt vermittelnd. Ob die heutigen Juden von Aden von jenen Pionieren des 6. Jahrhunderts abstammen, weiß man nicht. Die Sprache dieser Leute ist Arabisch, doch ist ihnen auch Hebräisch geläufig; das erstere würde aus einen ziemlich langen Aufenthalt im Lande deuten. Das Gleiche ist Wohl für die heutigen Juden in Persien geltend zu machen. Das Idiom der Israeliten von Jusa (bei Jsfahan), Schiras und Hamadan ist nämlich eine ganz merkwürdige Mischung, die zeigt, daß jene Zersprengten geraume Zeit außerhalb einer größeren Zivilisation standen. Die Mischung ist aus Lurisch, Farsi, Hebräisch und einer dem Mazenderani ähnlichen Mundart zusammengesetzt.

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