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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 11 (1905) · p. Seite 171

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
11 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 171 (sequence 15)
Language
German
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JUNG ISRAEL 171 Brief aus Jaffa *) Liebe Kinder! Ich will Euch etivas erzählen von der Kolonie Rischon. Tie Kolonie, die ich jetzt beschreibe, heißt nicht nur Rischon, sondern Rischon le Zion, das heißt „die erste in Zion". Zuerst haben doch in Palästina nur Inden gewohnt. Nachher sind die Feinde gekommen. Das miißt ilhr doch wissen, wie die Feinde die Juden aus gairz Palästina Vertrieben haben, und daß das Land jetzt den Türken gehört. Rischon le Zion ist die erste Kolonie, die die ersten Juden gegründet haben, die nieder hierher gekomwen sind. Dort ist ein großer Lrangen-Garteu. An den Seiten sind lauter Palmen gepflanzt, und so viele schöne Rosenbäuinchen gibt es dort, auch Passionsblumen. Die Passionsblumen sehen aus wie ein Stern. Die äußeren Blumenblätter sehen hellgrün aus. Die inneren sind hellblau und in der Mitte sind die Staubfäden und der Stempel, die heißen Hammer und Nägel. Dort gibt es auch Weingärten. Ter Wein hat grüne Blüten. Wo doR Stoppelfelder sind, da ioachsen auch noch schöne, bunte Blümelein. Nicht wahr, das kommt doch in Europa nie vor,, daß aus den ^Stoppelfeldern Blumen wachsen? Ich war schon znxn Mal in Rischon, das erste Mal war es Herbst, das zweite Mal ivar es Frühling. Das erste Mal sind wir bei Mondschein zurückgefahren und auf dem Felde stand eine H y ä n e. Mau wollte sie schießen, aber mau konnte sie nicht schießen, weil sie sonst aus den Wagen zu rennen konnte. Im Herbst war der Wein noch niedrig. Aus den Wiesen und auf den Stoppelfeldern gab es kein Blümelein, kein Gräschen. Es war so *) Dies ist der zweite Brief, den unsere kleine Freundin Eva Mirjam in Jaffa für die Leser von „Jung Israel" schreibt. Da der erste vielen von euch so gut gefallen hat, wird hoffentlich anch dieser euren Beifall finden.

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