Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 11 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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106 JUNG ISRAEL Wocheniest in früherer Zeit Am fünfzigsten Tage., also volle sieben Wochen, nach der Darbringung der Erstlingsgarbe, wurde das Fest d>er Wochen, auch Fest der Erstlinge oder der Ernte genannt, bei der Stiftshütte oder dem Tempel gefeiert. (Auch der Name „Pfingsten" ist aus dem griechischen?entak08t08, d. i. der fünfzigste (Tag) entstanden). Die Feier dauerte nur einen Tag, hatte aber Sabbathcharakter, also heilige Versammlung und besondere Festopser. Das Eigentümliche der Festfeier bestand in der Darbringung von zwei gesäuerten Erstlingsbroten aus Weizenniehl nebst eigenen: Begleitopfer. Ursprünglich N>ar das Wochenfest ausschließlich Erntedankfest. Erst später wurde ihm die Bedeutung einer Gedächtnisfeier der Gesetzgebung beigelegt. An den Schluß der Erntezeit, gerade 7 Wocheu, 7 mal 7 Tage nach Darbringung der Erstlingsgarbe gestellt, entspricht das Wochensest dein Jubeljahr: die 49tägige Erntezeit ist eine Iubeljahrsperiode im Kleinen. Die zwei gesäuerten Weizenbrote, die nach ihrer Darbringung den Priestern zusielen — weil kein Gesäuertes auf den Altar kommen durfte — bilden ein Speiseopfer. Wie die Ernte mit der Gerste angefangen und mit dem Weizen beendet wurde, so bestand das Opfer an: Anfang der Ernte aus einer Gerstengarbe und am Schluß aus Broten von Weizenmehl. Diese waren gesäuert, weil sie das tägliche Brot darstellten, das das Volk von: Herrn empfangen und von den: es die Erstlinge aus Tank den: Herrn weihte. Freuen sollte sich der Israelit an diesen: Tage und fröhlich sein vor dem Herrn über den Segen, den seine milde Hand gespendet, und diese dankbare Freude sollte sich nach dem Maße des empfangenen Segens auch tätig äußern durch Opfergaben, Brandopfer und Schelomim (Tankopfer), durch letztere namentlich, damit auch den Armen und Dürftigen ein fröhlicher Tag bereitet würde, in Nachahmung der freigebigen göttlichen Giite. .r.