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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 7 (1905) · p. Seite 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
7 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 109 (sequence 19)
Language
German
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JUNO ISRAEL 10» nne die eingeborenen Belvohner des Landes ltnb find nur an den langen Schläfenlocken zu erkennen. Aber sie wohnen in besonderen Straßen und Halten alle Sitten und Gebräuche der jüdischen Religion ans das Strengste inne. Die Frauen dieser Juden sind sehr schön, während die Männer von weniger angenehmem Aenßeren sind; aber die Frauen sind sebr ungebildet, können meist nicht einuial lesen und schreiben, wogegen die Männer mit großen! Fleiß sich alles ihnen erreichbare Wissen aneignen. Wie schon erwähnt, sind die Inden von Mzab sehr sroinm, aber dabei nach sebr abergläubisch. Sie halten viel von Zauberei und glauben an den sogenannten „bösen Blick", der einem Menschen schaden könne. Das Wochensest feiern sie nicht zwei, sondern drei Tage lang, den letzten Tag zum Andenken an „die Eroberung von Ghardaia durch die Juden", aber man weiß nicht, auf welches geschichtliche Ereignis sich diese Feier bezieht. Zu unsern Bildern Der samaritanische Hohepriester In der Stadt Ra b l u s in Palästina, dem alten S i ch e m, zwei Stunden von der einstmaligen Hauptstadt des Rordreiches S a m a r i a, haben sich Reste der samaritanischen Juden bis auf den heutigen Tag erhalten. Tie jüdische Sekte hat ihren eigenen Ritus, ihren eigenen Hohenpriester, den unsere Abbildung zeigt, und hält sich von den übrigen Juden gesondert. Die samaritanischen Juden bewahren in ihrer Synagoge eine uralte Thorarolle ans, von der behauptet wird, das; ein Urenkel Arons sie geschrieben habe. Die Pyramiden von Gizeh Wohl kaum irgend euvas ist so sehr imstande uns die überlieferte Geschichte der Borzeit so lebendig vor Augen zu stellen, als die steinernen Zeugen der jahrtausendelangen Vergangenheit. die alle lebenden^Zeugen überdauert haben Darum auch sind unsere Gesetze, die uns am Sinai gegeben wurden, in Stein gegraben nwrden, und wie ihr ans der römischen Geschichte wißt, sind auch dort die Gesetze ans Steintaseln — wie man gl sagen pflegt — „verewigt" worden. Aber gewaltiger noch als steinerne T a f e l n, die in Krieg oder Feuerbrand zerstört und verschüttet werden können, ragen Denkmäler wie die ägyptischen Pyramiden ans den ersten Anfängen der Geschichte in unsere Zeit hinein. Diese Königsgräber sind tausende von Jahren alt und haben Vieh gesehen. Sie haben die .Knechtschaft der Juden in Mizrajim gesehen, an ihnen sind alle die mächtigen Eroberer des Altertums vorübergezogen und auch der General Bonaparte konnte in der Schlacht bei den Pyramiden seinen Soldaten zurusen: ^.Trei Jahrtausende schauen auf Euch herab." Aber lute dauernd auch diese Steinkolosse sind, so zeigen sie uns doch nur die Vergänglichkeit der Macht, deren Denkmal sie sein sollten. Und von allen den alten, mächtigeren Völkern hat allein das jüdische die Jahrhunderte zu überdauern vermocht.

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