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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · (1905) Probeheft · p. Seite 2

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
(1905) Probeheft
Date
1905-01-01
Page
Seite 2 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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-> I ’ 0 1 > * •2 JUNO ISRAEL. Oü Helagermg Iotaxatas. (Aus dem Kriege der Römer gegen die Juden.) VON JULIUS UPRIMNY, WIEN. Trutzig fest lag Jotapata auf dem Berge, an dessen Fuße die Straße nach Jerusalem sich hinzieht. Hohe Mauern fielen von drei Seiten in Schluchten ab, von der vierten gab sanftes Gefälle Zugang. Vor wenig Wochen noch hat durch die Stadt die Heiterkeit eines kraftvollen, kindlichfrohen Bergvolkes geklungen. Das Geschrei aber, das beim Anblick der Römer auf den dichtbesetzten Wällen ausgestoßen wird, ist der Aufschrei rasender Wut. Der nächste Augenblick brachte den Angreifern schon das Erkennungszeichen des Feindes, der nur vom blinden Unglück besiegt werden konnte. Altberühmt durch ihre Sicherheit war die römische Marschordnung. Denn ihre Slirne zum Feind hin waren die erprobtesten Krieger des Lagers. Jetzt aber, kaum daß die Legionen im Angesicht der Stadt das erste „Halt" machten, ward Verwirrung und Tod in die ersten Reihen gebracht durch den unvermuteten wahnwitzigen Angriff einer Handvoll leichtbewaffneter Jünglinge. Muskelumspielte Gestalten ließen den Speer aus der Hand fallen wie die Wolke den Blitz und stürzten waffenlos dem Feind an die Kehle, ihn in seiner Rüstung zu erdrosseln. Sie wurden von der Masse erdrückt, ohne den mindesten Versuch gemacht zu haben, ihre Schnelligkeit der Rettung zu widmen. Hier wie später immer in der folgenden Belagerung. Weder waren die Juden den Künsten gewachsen, die aus den feindlichen Streitern die gewandtesten ihrer Zeit machten, noch brachte die Festung ihnen Vorteil, der höhere Türme der Römer gegenüberstanden. Ihre Waffen waren meist ein Spott auf diesen Namen. Und doch machten sie den alterworbenen Siegesstolz der berühmten Legionen zu eitel Geflunker in diesem Heldeukampse um Sein oder Sterben, den sie der Knechtschaft vorzogen und in einer Weise ausfochten, daß die besiegte Sache den rauschenden Beifall aller Welten gewann. Was anderes konnte man von Leuten erwarten, die einer Stadt der Landschaft den * ehrenden Namen nicht der goldenen, nicht der schönen gab, sondern sie die Stadt der Männer nannten? Wenn die Chronik aus diesem Kampfe, wo ein Held neben dem anderen tollkühn und erbittert für sein Heiligstes kämpfend, nur bestrebt war, seinen Leichnam auf einen feindlichen zu betten, Namen heraushebt, deren Träger da noch hervorragen und mit ihren Taten den tobenden Kampf für den Augenblick zum Stillstand brachten, weil aller Augen bewundernd an ihnen hingen, dann mögen diese Namen in die Heldensage ausgenommen werden, Dichtern zu feiern-

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