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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 13-14 (1898) · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
13-14 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 212 (sequence 22)
Language
German
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212 vornehmer Abstammung. Die japanischen Hunde besitzen alle Merkmale einer ausgezeichneten Erziehung: sich stets gleich bleibende Höflichkeit, edles Verhalten auch in unangenehinen Lagen, gutes Benehinen im Gesellschafts¬ und Speisesaal, kein unzeitiges Beanspruchen von Leckerbissen, kein unziemlicher Lärm, keine unzeitgemäßen Liebkosungen und Scherze: Mmlterkeit, Lebhastigheit und anmutiges Wesen zur rechteil Zeit und vor allem keine störende Unterbrechung der Unterhaltung der Menschen, die wir doch als Höherstehende anerkennen müssen, — dies sind die Charakter Eigenschaften des japanischen Hundes. Und das kennzeichnet zugleich die wahre angeborene Herzellsgüte, delln uran hat rrrit Recht behauptet: Rücksicht urid Höflichkeit siild eine Güte, die sich tu jedem Augenblick des Lebells bethätigt!" — Die Advokaten hatten jetzt alle gesprochen und sahen sich schweigelid nach eineni Schiedsrichter um. Da trat die alte Markgräfin hervor uild nrachte allem Streit lind Wortgefecht ein Ende, indem sie ihren: eigenen japainschen Lieblingshündcheil, Mollchy, den Preis des Adels zuerteilte. „Wenn ich and) eine stunden! mge Lobrede zu Gllilsteu uleiiles Lieblings hielte," sagte sie, „so könnte ich doch ilicht alle feine guten Eigenschaften anszählen. Wie kömlte ich gerrügerrd Worte finden, um die treue Hingebung zu schildern, die er mir erwies, als ich krank und leidend war, die rnitleidiger: Blicke, mit denen er, all meinem Bette sitzend, mich beobachtete und nieine sieberheitzeli Hände mit seiner weicher: Zunge kühlte. Seine Anhällglichkeit ist jedoch keine Allsirahine: dem: die Hunde, die unsere Gefährten siild, beweisen in der Regel alle die gleiche Liebe. Die Menscher:, die durch Krankheit, niedergedrückt, durch Alter geschwächt oder durch Sorgen ihrer Lebensfrerldigkeit beraubt, ftnmpf und traurig sind, werdei: oft von itzren lnellschlicher: Frerlirden gemiedell uird verlasse:: und sind arrch selbst rulfähig, sich der Gesellschaft zr: erfreuen; denn ach, es ist ja wohlbekaimt, daß Kummer, Not und Unglück auch der: Gedrildigster: und Mlltigsten verändern und der Welt entfrernden. Aber eures bleibt deir: Kranker: rurd Sorgen volleil, sei er rroch so trarwig rurd schwermütig: die urrverällderliche Ai: hänglichkeit und Treue des Hiurdes, deri: er einmal Liebe erwiesen hat, und dessen Dairkbarkeit rurwaildelbar und urrbegrellzt ist. Ich habe zwar nach meilrem bester: Wisse:: der japanischen Rasse hier die Palme der Vortrefflich keit zuerkaiurt; laßt Euch jedoch sage::, daß der wahre Adel bei Hunden wie bei Menschen niemals einer bestimrnten Klasse zngesprochen werden kann. Unter aller: Geschlechtern und Rassen, bei Merrschen wie bei Tierei:, Werder: stets die edler: Eigerrschasten des Herzens rurd des Geistes, Klugheit, Wahrhaftigkeit, Hirrgebrurg rurd vor alleirr gerneiunützige Dienste die höchste Stelle einrlehrrrei: rurd bei der Welt irr Achtrurg rurd Ehrerr stehen."

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