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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 4 (1898) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 60 (sequence 14)
Language
German
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60 Haman: Und kurz und gut, noch heute mache Ich es, wie ich es euch versprochen. Den König werd’ ich selber heut noch sprechen: Entweder sind wir alle heut gerochen, Oder er muss auch hinweg. Windig: Wir woll'n auf brechen. (Alle 3 ab) Obermundschenk (hervortretend) Also das sind die sauberen Seelen, Die Frommen, die Guten, die Tugendsamen! Um die gemeine Habsucht zu verhehlen, Da hüllen sie sich in der Tugend Kähmen Vor unserm König Ahasver. Na, die Suppe soll euch schlecht bekommen; Ihr habt die Rechnung ohne Wirt gemacht, Ihr habt noch lang die Herrschaft nicht genommen — Noch heute wird’s dem König hinterbracht, (ab.) II .Scene. (Der König und Esther treten auf.) Ahasver: Nun sind zwei Monde schon ins Land gegangen, Da ich zu meinem Weibe Dich erhoben, Und noch belohnt kein freud’ger Strahl der Augen Die Liebe deines königlichen Gatten. Was ist dir, Esther, sag, vermisst du etwas? Willst du Kleinodien? sprich, sie seien dein. Willst Lautenspiel und Tänzer du? — ich rufe sie, Sie sollen meine Königin ergötzen. (Esther schweigt. Du schweigst, hast etwa du geheimen Kummer? Sprich Esther, sprich, vertrau es deinem Gatten. Esther: Hab’ Dank für deine Liebe, mein Gemahl, Die ich vom ganzen Herzen dir erwidere. Schilt mich nicht kalt, weil nicht ein heitres Lächeln Die Freude kündet, welche ich empfinde Beim Anblick meines königlichen Gatten. Ich hatte eine harte Schule durchzumachen: Die Not, das Elend hab’ ich oft gesehen Im Elternhause, wie in meinem Volke. Und wenn ich jetzt den Glanz des Königshauses Vergleiche mit dem Elend meines Volkes, V-\ Wenn ich so sehe, wie die meinen darben, Wogegen ich im Ueberflusse lebe, Zerreisst es mir das Herz, dass ich so gar nichts Für ihre Wohlfahrt bei dir kann erreichen. Und den, der mich von Kindheit an erzogen, Der Vater mir, und Mutter ist gewesen, Weist man zurück von des Palastes Pforten.

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