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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 20 (1895) · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
20 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 320 (sequence 12)
Language
German
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320 Allerlei. Das älteste Herbarium der Welt bestndet sich im ägyptischen Bluseum in Kairo. Es besteht aus einer Wenge in altägyptischen Gräbern aufgefundener Kränze und Guirlanden. Die ineisten Blumen sind infolge ihres Überzuges trotz ihrer Zartheit unversehrt. Sogar ihre Farbe hat wenig gelitten. Die Wassermelonen, welche man in den Gräbern fand, hatten, wenn man sie ins Wasser tauchte, noch ihren grauen Farbstoff. Die aufgefundenen Pflanzen sind teilweise über ^OOO Jahre alt. Der Flor von der Ziegelpyramide in Dahschua, die Gerstenähren und Wachholderbeeren aus einein Grabe tu Sakkara habeil sicherlich dieses Alter, und nicht jünger sind die Bluinen, welche inail in einer Alumie in Deir-al-Bahari fand, und die reiche, m den Gräbern Ahmes I. wld Ramses II. erzielte Ausbeute. Unter den gefundeneil Bluinen besindeil sich: blauer uild weißer Lotos, roter Ucohn, orientalischer Rittersporn, Stechpabnen, verschiedene Arten Thrysantenum, Weidenblätter mid verschiedene Gräser und Sellcricu. Am Freitag, den 18. Oktober, dein Geburtstage des allzu früh dahingeschiedeiien Kaisers Friedrich, wurde auf dein Schlachtfelde bei Wörth ein Reiterstandbild des Kaisers eiithüllt. Dasselbe zeigt „Unfern Fritz" auf einem Schlachtroß sitzend, als Heerführer, in Felduniform mit Ulütze, den Blick voraus gen Westen gerichtet, wohin auch der ausgestreckte rechte Arm weist, init der Hand in der Warschrichtung iiach Feindesland hiileiilzeigeild. Die Haltuilg voii Roß und Reiter entspricht der Auffassung des Künstlers, der deil Kaiser, damaligen Kronprillzell, als Heerführer und Oberkommandierellden in der Schlacht bei Wörth dargestellt, der ersten elltscheidenden großen Schlacht des letzten Krieges, in der llord- und süddeutsche Truppen unter dem -Befehl des Kronprinzen gemctufaitt den Siegeslorbeer errangen. Das Reiterstandbild ist auf einem gewaltigen mehrfach geschichteten Felsblock errichtet, dessen Vorderseite das von einem Adler gekrönte Doppelwappen von Elsaß-Lothringen ziert, vor welchem sich auf einem Sockel zwei altdeutsche Kriegergestalten, als Verkörperung der süd- und der norddeutschen Truppen gedacht, die Hand zum Bunde Reichen. Erschaffer des Denkmals ist der Berliner Bildhauer Baumbach, der in vorzüglicher Weise in dem Standbilde die Führung der vereinten Truppenteile aus Bord- und Süddeutschland durch den damaligen preußischen Kronprinzen in der ersten siegreichen Schlacht auf bis dahin französischem Boden verkörpert hat.

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