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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 16 (1895) · p. Seite 253

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
16 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
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Berlin, den , dtgijl idß. Lieber Arthur'. Es war meine Abjicht, außer dem Bilde »Purim« noch einige andere Bilder unferes berühmten Moritz Oppenheim und alsdann erfiJeine Lcbensgefchichtc zu veröffentlichen. Da ich aber die IVünfchc meiner lernbegierigen jungen Freunde nach Möglichkeit zu bcrück/ichtigen fliehe, jö ivill ich J'chon heute, Deiner Bitte entsprechend, ein kurzes Lebensbild die/es gro/sen Kiinjllers bringen. M. Oppenheim wurde geboren zu Hanau im December 175Mb Als Knabe hat er im Hause seiner frommen Kl turn Hie innigreligiösen Gefühle gewonnen, welelie die Seele seiner Kunstschöpfungen geblieben sind, während eine benaehbarte hochstehende christliche Familie sich des sehr begabten jüdischen Knaben annahm und so zur ersten Pflege seines künstlerischen Triebes ungemein viel beitrug. Ks war dies die Familie des als Schriftsteller rühmliehst bekannten Grafen Benzel-Sternau und seiner trefflichen Gattin, welche den Knaben liebevoll in ihr Haus zog, so dass er oft wochenlang dort verweilte, am Anblicke einer reichen guten Gemäldesammlung sich erhob und belehrte, während hier der Hingang mit hochgebildeten Personen seinem ganzen "Wesen frühzeitig eine edlere Kichtung gab. Her Besuch der Zeichen-Akademie zu Hanau förderte seine regelmässige Kunstbildnng. Im IS. Lebensjahre begab sich (). nach München, wo er, lernend und schaffend die dortige Kunstschule drei Jahre lang mit grossem Kr folg besuchte; sein dort entstandenes erstes grosses Bild „Moses mit den Gesetzestafeln“ machte die Kunstwelt aufmerksam auf den hoffnungsvollen jungen Künstler. Nachdem er hierauf einige Zeit unter Regnault in Paris gearbeitet, ging er 1821 nach Koni, wo er vier glückliche Jugendjahre verlebte, und sein empfänglicher Sinn und schaffender Geist an den Heizen der Natur, die nie verblühen, und an den Schätzen der Kunst, die nie altern, die reichste Nahrung fand. Dort erwarb er sieb die Teilnahme und dauernde Gunst des grossen Thorwahlsen. Auch König Ludwig von Bayern schenkte dem jungen Künstler seine Teilnahme. Für Baron Carl v. Rothschild in Neapel malte er die „Susanne“, ein Bild, welches in Rom grosse Anerkennung fand und eine „Perle“ der Kunst genannt wurde. Im Jahre 1825 kehrte <>. nach Deutschland zurück. Kin rühmlicher Name ging ihm vorher; seine künstlerische wie geistige Begabung ward in hohem Grade gewürdigt; er trat in innige Beziehungen zu Börne, Heine und anderen Grössen der Kunst und Wissenschaft, und Altmeister Goethe, sein freundlicher Gönner, erkannte seine Leistungen derart an, dass er ihn dem Grossherzog von Weimar vorstellte, welcher ihn zum „Professor der bildenden Künste“ ernannte. Hilter den verschiedenen ihm später gewordenen Auszeichnungen wollen wir hier insbesondere derjenigen von Seiten des Königs Victor Kmanuel erwähnen, welcher ihm «len „Ritter-Orden des heil. Mauritius und Lazarus“ verlieh. %lm Jahre 1828*hat (). seinen Wohnsitz für immer in Frankfurt genommen und sich eine durch Freundschaft und Liebe beglückte Häuslichkeit daselbst gegründet. Über die künstlerifche Richtung feines Schaffens Lehreibe ich Dir im nächßen Briefe. Bis dahin lebe wohl!! 1

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