Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 16 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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251 Equilibristen, und selbst bedeutende tehrer übten sich in dieser Runst. So spielte ein Talmudlehrer am Laubhüttenseste mit brennenden gackeln, ein anderer mit 8 Biestern, ein dritter mit 8 Bechern, ein vierter mit 8 Eiern. 5. Ähnlich dem heutigen Spielen mit Schmetterlingen und Rasern, spielten die Rinder früher mit Vögeln, Heuschrecken un6 andern kleinen Tieren. (U)ie noch heute die Rinder ihre kleinen Spielgenossen, besonders Vögel, feierlich bestatten, thaten es nach dem Talmud fchon die Rleinen der alten Zeit.) 6. Die Rinder bereiteten aus weichen: Thone „hügelsonnen" und bildeten auch daraus alle Arten Backwaren, wie es heute noch üblich ist. 7. Die „Schellen" wurden den Rindern um den hals gehängt, wie auch an Wiegen als Einschläferungsmittel angebracht. Auch das Holzpferd wird als Spielzeug genannt, aber für Erwachsene. 8. Die Rinder formten Nüsse oder Rürbisschalen zu Wagschalen um, mit denen sie Staub und andere Gegenstände, die sie beim Spiele zum Verkauf ausstellten, abmesfen konnten, wie es noch jetzt die Rinder zu thun pflegen. Sie bekundeten hierbei, wie der Tabnud hervorhebt, ihre Behendigkeit in der Bedienung ihrer Runden und zugleich ihre Geschicklichkeit im Blessen und Wägen. h. Endlich ist noch zu bemerken, daß das Nüffefpiel, von denen zwei Arten bereits erwähnt wurden, mehr als jedes andere Spiel gepflegt wurde. Schon bei der Beschneidung wurden den anwesenden Rnaben Nüsse vorgeworsen, und an den großen Festen, dem Passah- und Sukkothseste, wurde es eifrig geübt. Es ist ein echt jüdisches Spiel gewesen, und so finden wir im Blidrasch sehr viele Vergleichungspunkte zwischen der Nuß und dem Nußbaum und Israel. Nur einige seien hier genannt: a) Wie die Nuß vier Abteilungen Hatz so teilte Bloses Israel in vier Züge mit vier Fahnen: Juda, Rüben, Ephraim und Dan. b) Wie die Nuß denen, die ihren Rern nicht kennen, als wertloses Holz erscheint, geöffnet eine schmackhafte Frucht bietet, so erscheint Israel den andern: Nationen verdienstlos, so lange sie sich mit ihm nicht beschäftigen; suchen sie aber, nüt ihm bekannt zu werden, so erkennen sie die tz)erlen, die zahlreich in ihn: ruhen. c) Wie die Schale die Frucht bewahrt, so behüten in Israel die Gelehrten ihr Volk vor Verderben. ä) Wie es dreierlei Nüsse giebt, und zwar \) solche, die von selbst sich öfst:en, 2) solche, die leicht geöffnet werden können und 5) solche, die erst einen: harten Schlage nachgeben und dann oft ungenießbar sind, — so sind in Israel drei Rlaffen hinsichtlich des Wohlthätigkeitssinnes und zwar f) die von selbst Wohlthaten erweisen, 2) die es auf bloßes Ansprechen hin thun und 3) solche, die selbst bei den innigsten Bitten hartherzig bleiben. Aus diese letzteren bezieht sich der Spruch: „Eine Thüre, die nicht für eine Wohlthat geöffnet wird, die wird für den Arzt geöffnet werden."