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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 10 (1895) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
10 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
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158 Kür unsere Leser aus den mittleren und höheren Schulklassen. Naturwissenschaftliche Parabeln. von vr. Samuel Kristeller. Vereintes Wirken. wenn Zwei zusammengehn, daß sie ein werk vollbringen, was jedem Einzelnen niemalen könnt' gelingen: So ist befangen der von thörichter Oerblendung, Der fragt, wem angehört des ganzen Werks Vollendung — Den klugen Frager bitt', er möchte Richter fein, wer. wohl den Funken giebt, er sag': ob Stahl, ob Stein? Nicht Einer hat's allein, sie haben's Neid' vollbracht, Drum fei ein gleicher j)reis auch Beiden zugedacht. Diagonale Kraft. Lin Schiff fuhr ruhig hin, die Nadel stand nach Süden, Da Hub ein wind sich auf, zu stören diesen Frieden; Die Strömung zieht das^Schiff in abwärts geh'nder Richtung, von Seiten stößt der wind auf Mast und Segellichtung. Nun steh', wie sich das Schiff von keinem führen läßt, Ls siegt nicht Strom noch wind, das Schiff geht nach Südwest, wo wirken wollen zwei und sich nicht friedlich einen, Da krönet der Lrfolg von ihnen beiden keinen; Soviel der eine dann dem Gegner schafft Behind'rung, Soviel verliert er selbst durch eig'ne Kraftvcrmind'rung. Sieg der schwächeren Kraft. Oft leistet fchwäch're Kraft der stärker,! widerstand, wie David Goliath schlug, das ist dir wohl bekannt. Durchspalten kann ein Schwert zwar einen Lichenbauin, Doch nicht ein Kissen voll gefüllt mit weichein Flaum; Und wie den harten Stahl auf weichen, Stein man wetzt, So schmilzt den.härt'sten Sinn ein mildes Wort zuletzt. Hlnvelregkare Kratt. Den edlen Diamant, wie kannst du den bezwingen? Durch Feuer wird es nicht, auch nicht durch Stahl gelingen. Lin Mittel giebt es hier, das mußt du klug ergreifen, Ls läßt mit Demantstaub der Diamant sich schleifen. — Mein Sohn, wer führet stets ein Leben sonder Tadel, Der gleicht den, Diamant an Stärke wie an Adel. Sein tapfres Nerz wird nicht unrühmlich je erliegen, Den Ldelsinn wird stets nur edler Sinn besiegen.

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