Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 9 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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131 „Kommt Kinder, hört mir zu!" pf.»u2. von Dr. K. Kntlrrer in Frankfurt a. IVi. VII. willst du gesund bleiben, so gewöhne dich ferner an Sauberkeit. Scheue dich nicht vor dem Wasser, sondern wasche dich alle Morgen so tief wie möglich,' namentlich Racken und Brust und bade, so oft es geht, besonders im Sommer; halte die Hände sauber, die Ohren und die Zähne! was die Zähne anbelangt, so pntze sie nicht nur morgens, sondern auch abends, damit die Speisereste nicht über Rächt Zwischen den Zähnen bleiben, in Fäulnis übergehen und so den Zähnen schaden und üblen Geruch verursachen. Trinke auch nicht allzu Kaltes zwischen warmes, weil dadurch der Schinelz der Zähne Risse bekonnnt, und das ist der Anfang zum verwittern und Schlechtwerden derselben. Sehr schädlich für die Zähne sind auch Zucker, Bonbons („Guts") und andere Süßigkeiten; denn, sagt der Chemiker, der Zucker verwandelt sich durch die Wärme der Mundhöhle schnell in Milchsäure und diese greift, wie alle Säuren, den Zahnschmelz an. Bürste den Mund mit einer schwachen Lösung von übermangansaurem Kali (das Wasser darf aber nur hellrot gefärbt sein) und dann mit einem unschädlichen weißen Zahnpulver; das beste ist Schlemmkreide mit einigen Tropfen Pfeffermünzöl parfümiert, wenn du so deine Zähne schonst und pflegst, - wirst du einen sanbern Mund und gute Zähne behalten, die viel Schmerzen ersparen und zugleich für deine Verdauung-sorgen. Dann „gut gekaut ist halb verdaut", sta, das Kauen will ich dir überhaubt sehr empfehlen; schling nicht, wie ein Raubtier, die Stücke hinab, sondern iß langsam, kaue ordentlich, dann verdaust du besser; manches Magenweh und manche veröauungsbeschweröe kommt vom schlechten Kauen. Räschereien verderben nicht nur die Zähne, sondern auch den Magen; wer gern nascht, hat deshalb wenig Appetit zu nahrhaften Sachen, ißt wenig, wird blaß und blutarm und zuletzt so schwach und magenkrank, daß kein Arzt mehr helfen kann. Hüte dich also vor der Raschhaftigkeit und spare dein Taschengeld für nützliche Dinge auf! Auch Mäßigkeit bewahrt dich vor mancherlei Krankheiten: zu wenig essen ist ungesund; aber zuviel essen ist auch ungesund. Und hast du einmal gcgeffcu oder getrunken, was dir nicht gut gethan hat, so muht du es in Zukunft unterlassen; hast du dir einmal ein Vergnügen gemacht, das dir übel be- 9*