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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1936-07-01 · 10 (7.1936) · p. Seite 123

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
11 (1936)
Issue
10 (7.1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 123 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Seite 123 Die Verbandsgemeinden berichten : Vom Sozialamt Worms Kol jisrael chawerim — unter diesem Motto fand zu Beginn des \\ inters J935 eine Veranstaltung in der Gemeinde Worms statt, um den allen - neuen Grundsatz der Sozialarbeit der Wormser Judenheit zu erläutern. Geben und Nehmen sind zwei Funktionen des Gemeindelobens, die beide mit gleicher Verantwortung ausgeübt sein wollen. Seit einem halben Jahr wird in Worms vom Sozialamt Arbeit geleistet, eine Arbeit, die sich segensreich auf die ganze Gemeinde ausgewirkt hat. Seit Jahren scheiterten Bemühungen zur Schaffung einer Zentralwohlfahrtsstelle in Worms. Doch nun ist es gelungen unter Wahrung der Vereinsautonomie eine zentrale „ausgebende Hand" zu schaffen, die die Wohifahrtsfunktionen der Vereine übernommen hat, ohne diese in ihrem Eigen- und Mitgliederleben zu beeinträchtigen. Der Aufruf zur Jüdischen Winterhilfebewies dann die Richtigkeit der inzwischen erfolgten Gründung des Sozialamtes, da alle Kräfte zur Bewältigung der gestellten Aufgaben angespannt werden mussten. Es muß an dieser Stelle gesagt sein, daß alle Mitglieder der Gemeinde bis auf einen bestimmten ganz kleinen Kreis sich den Opfergaben für die Winterhilfe nicht entzogen haben. Somit war auch die Grundlage geschaffen, den Richtlinien der Reichsvertretung der Juden auf diesem Gebiete zu entsprechen. Neben der Hilfe für Hungernde und Frierende wurde die Jugend zur Umschichtung gebracht, wurden Erziehungsbeihilfen in Anstalten gegeben, den Auswanderern die Wege geebnet. Statutengemäss erstreckt sich die Tätigkeit des Sozialamtes auch auf Beratung und Auskunfterteilung für Arbeitssuchende, Vertretung der Sozialarbeit den Behörden gegenüber. Im engen Konnex mit dem Landesverband israelitischer Religionsgemeindon Hessens und der Reichsvertretung der Juden suchte man immer wieder neue Wege in die Ferne, besonders zur Ausbildung der Jugendlichen, deren Eltern die Kosten der Ausbildung noch tragen können, zu finden. Jedoch beschränkte sich die Tätigkeit des Sozialamtes als Träger der Jüdischen Winterhilfe nicht nur auf die Stadti Worms; der ganze Kreis Worms wurde von dieser Stelle betreut, dazu kamen noch einige Orte rechts des Rheines, welche in die Tätigkeit des Sozialamtes Worms einbezogen wurden. Auch auf dem Lande wurden die Hilfsbedürftigen durch die Jüdische Winterhilfe im gleichen Masse betreut wie die in der Stadt. Die während des Winters gemachten Erfahrungen in der Betreuung auf dem Lande werden jetzt dazu ausgenützt, um einen jüdischen Fürsorgeverband mit dem Hauptort Worms zu bilden. Es wird auf diesem Wege möglich sein, die Betreuung der Notleidenden auf dem Lande intensiver durchzuführen. hie grosse Publizität verschaffte sich das Sozialamt durch eine grosse Veranstaltung am Beginn seiner Arbeit, die dank der Mitwirkung unserer Wormser Gemeindemitglieder ein voller Erfolg wurde. Künstlerische Darbietungen aller Art haben der Feier zu starkem Beifall verholfen. Zur Mitarbeit meldeten,sich viele freiwillige Helfer, die sich der dankbaren Aufgabe widmeten, ihre Zeit für die Bedürftigen zu opfern. Die ganze Tätigkeit des Sozialamtes wie auch der Winterhilfe wurde von Damen und Herren in ehrenamtlicher Weise durchgeführt. Lediglich eine besoldete Fürsorgerin war halbtäglich tätig, um die Bedürftigen in ihren Heimen aufzusuchen und verschämten Armen die Wege zu weisen, damit sie ebenfalls nicht vergessen worden. Nicht Almosen wurden gegeben, sondern der Eine teilte mit dem Anderen, der sonst hälfe darben müssen. Ueber 100 Familien (250 Personen) wurden von der Jüdischen Winterhilfe Worms durch das. Sozialamt betreut. An 50 Ztr. Lebensmittel wurden durch die Pfundspendcn gebammelt und ausgegeben, die Summe von M. 9.000.-—i für Unterstützungen in bar oder Naturalien wurde überschritten, Kleidungsstücke wurden gegeben und verteilt. Kohlen, Kartoffeln und andere Dinge mehr waren den Notleidenden gegeben, um ihnen über die Not des Winters hinwegzuhelfen. Mit frischem Mut geht es nun in den Sommer; auch hier wird das Sozialamt seine segensreiche Tätigkeit ausüben, zum W ohle der Armen, zum Wohle der Kinder. Die aber, die geben können, werden es auch im Sommer nicht versäumen, und das Wort wahr machen — Kol jisrael chawerim. M — x Persönliche Nachrichten Darmstadt Vermählte: Hans Oberndorf und Hilde Sichel. Gestorben: G. 5. 36 Frau Helene Klipstein 17. 5. 36. Frau Prof. Julie Eisemann. Framersheim Am 10. Juni feierte Herr Herrmann Scheuer in körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 83. Geburtstag. Täglich noch geht er seiner gewohnten Beschäftigung nach. Lange Jahre war er Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde, deren Interesse er mit vorbildlichem Eifer sich widmete.- Empfehlenswerte Geschäfte in Mainz Neu aufgenommen: 'fefafa für Damen und Herren Der Qualitätsschuh für kranke und empfindliche Füße, und für Menschen, die viel laufen müssen Alleinverkauf SCHUHHAUS DAVID MAINZ SCHUSTERSTRASSE 35 Verlangen Sie unsere Anzeigen - Preisliste Uhren S ch muck Alle Reparaturen SIMON Große ßleicbe 56 Auch Ankauf. Pelze Massanfertigung Reparaturen Aufbewahrung EINHORN MAINZ Schillerstrasse 30—32. Juliusjungermann MAINZ Eieru. Butter- Spezialgeschäft r Gr. Bleiche 38 Augustinerstr. 31 Telefon 32011 Moderne LEINEN¬ KLEIDUNG Flotte SPORT- SACCOS Helle SOMMER« HOSEN und alles andere für die heilen Tage Mainz / Bahnhofstrasse 13, I Grösste Auswahl d«r Branche am Platje

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