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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-04-01 · 4 (4.1931) · p. Seite 13

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
4 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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sicbersetzung beirrüht sich, i» gewählter, dichterisch beschwingter Sprache den Inhalt des Originals wiederzugeben, während der ausführliche Kommentar die wortgetreue Ilebersetzung aus dem Hebräischen enthält und sich bemüht, unter ausgiebiger Benutzung der einschlägigen Literatur eine zuverlässige Texterklärung zu liefern. Dr. Rerrö Hartogs. A. (Kuttmann, Enthüllte Tolmudzitate. Philoverlaq Berlin. 1980. 188 S. Dieses Buch stellt sich in die Reihe der Werke, die hinter die gehässige Fälschungsarbeit der antisemitischen Hetzpresse mit unbar mherziger Wahrheitsliebe leuchten und durch Richtigstellung und historische Einordnung verdrehte und verzerrte Talmudzitate auf ihren ursprünglichen Sinn zurücksühren. Guttmann verteilt die Zitate nach sachlichen Gesichtspunkten (Gott, Gerichtsbarkeit, Berkehr rrnd Handel, Kult und Ritus, Geschlechtsleben, Blutbeschuldigungi, zeichnet die antisemitische Variation der einzelnen Talmrrdzitate auf und gibt dann irr wissenschaftlicher Kleinarbeit eine genaue Analyse und sirrnvolle Wiedergabe des richtigen Textes. Man wird sich in jedem Falle bei diesem Buch zuverlässigerr Rat holen können. Mit dieser Eignung stellt das Werk in der antisemitengegnerischen Literatur an hervorragender Stelle. Jedoch so tapfer dieses Buch auch ist, wird man feinen Wert int .Kampf gegen antisemitische Verlogenheit nicht überschätzen dürfen, da eine pfeudowisfenfchaftliche Tendenzliteratur und eine gemeine Gesinrrung durch wirklich wissenschaftliche Leistungerr rricht zu veririchten ist. Tr. Reno Hartogs. Londres, A>, Ter ewige Jude am Fiel. Berlin-Wien, Phaidon- Verlag. Im Auftrag einer Zeitung geht L. dem Juden auf seinen labyrirrthisch verworrenen Wegen nach. Weitgespanntes Wissen, ein Blick von lebhaftester Aufnahmebereitfchaft, Gewandtheit des Geistes und der Feder und eine Eirrfühlurrgsfähigkeit, die aus warmein Herzen immer wieder sich crnenert, befähigen ihn zu dieser Aufgabe, die ihn über den Kanal nach England, dann rrach der Tschechoslowakei, rrach Galizien, Karpatho-Rußlarrd, Besfarabierr, Polen und Palästina führt. Er fielst den Juden irr all feiner forrderbaren und ergreifenden Eigenart, irr feirrem Elend, bei dessen Airblick nrarr sich vergeblich fragt, wie er wohl möglich macht, es zu ertragen, sieht seine rricht zu erschütterrrde Verankerung im Ueber-Jrdifchen, den unvergleichlichen Idealismus dieses Realisten. Ergriffen, mit dem Verständnis eines klugen Herzens, beobachtet L. den Juderr schließlich in der Heimat, zu der er zurückgekehrt ist. Irr härtester Arbeit sieht er ihn um derr Boden sich inüherr, sieht ihrr irr selbstverständlichem Gleichgewicht aufrecht und fraglos zu dieser alten Erde entschlossen, trotz Englandpolitik und Araberpolitik. „Ewiger Jude", ist seine Frage „bist du am Ziel?" und marr spürt irr diesen Worten einen Glauben und eine Zuversicht. . Weis? mn nn. Pnrrferow, F. Tic Kommune der Habenichtse. Rornan. Wien- Berlin, 1031. Verlag für Literatur und Politik. Wer Panferows „Gerroffenfchaft der Habenichtse" geleserr hat, rvird irr dem vorliegenden Werk bald zu Haufe fein: dieselbe Idee, dieselben Probleme urid Kämpfe, zum Teil rroch getragen von derrselben Menschen, die Idee des Kollektivs vorr Idealisten begriffen und unter opferreichsten Mühen irr die Tat umgesetzt gegen Habgier, Verschlagenheit und kleinlichste Ichsucht des alten Bauerntyps. Man spürt, es ist des Autors eigene Sache, seine Ueberzeugung, für die er hier mit großer künstlerischer Kraft und mit tief menschlicher Wärme eintr'itt. Weißmann. Aus Arrlaß des heranirahenden Pessachfestes weifen wir wiederholt auf die vorr Tr. Guggenheim irr Offerrbach a. M. herausgegeberre Haggadab, kurz die „Offenbacher Haggndah" genairnt, bin. Dieses Kuirstwerk, das im Selbstverlag des Herausgebers «Offerrbach a. M., Tulpcnhofsiratze 34) erscbeinerr ist, karrn dort zu IN Preise von 60RM. broschiert bezogerr werderr. Das Werk sollte in keiner Bücherei fehlen. Herr Tr. Guggenheim besorgt auch die Bestellung der rrach Angabe von Professor II. Rudolf Koch lieferbaren Harrdeirrbände. Am 20. März 1921 errang das deutsche Volk einen unblutigen Sieg: Oberfchlesicn blieb deutsch! Aus Anlaß der 10. Wiederkehr dieses Gedenktages erschien die „E.-V.-Zeitung" vom 20. März als Oberschlesien-Gedenknummer. Der Oberpräsident von Oberschlesien, L u k a s ch e k, urrd der Führer des ehemaligen oberschlesischerr Selbstschutzes, Generalleutnant a. D. Hoefer bezeugen, wie wertvoll die Mitarbeit der deutschen Juden in Oberschlesien während der Abstirrrmurrgszeit für das Deutschtum gewesen ist. Der nationalen Geschlossenheit und des gesunden Abwehrwillens, den das oberschlesische Volk in allen feinen Schichten, ohne Unterschied vorr Partei, Stand oder Korrfession, betätigt hat, gedenkt Ministerialdirektor im Reichsinnenministerium Dr. S p i ek e r irr einem längeren Gedenkwort. Justizrat Tr. Skalier, der Vorsitzende des Landesverbandes Oberschlesien des Centralvcreins (Beuthen), stellt irr einem Geleitwort „Zum 20. März 1931" ausdrücklich fest: „Tie deutschen Juden, soweit sie zur Abstimmung beruferr waren, haben in seltener Einmütigkeit und Vollständigkeit an ihr teilgerrommen". Den Blick in die Vergangenheit richtet Justizrat W. I m m e r w ahr (Beuthen) in einer aufschlußreichen Uebersicht über „800 Jahre oberschlesisches. Juderrtum". „Oberschlesiens jüdische Helden" feiert der Syndikus des oberschlesischerr Larrdesverbarrdes des C.-V., Dr. I a k o b o w i y > Beuthen), mit der Schilderung einzelner interessanter Erlebnisse aus den schicksalsschweren Abstirnmuirgstageir, aus derren irrrmer wieder die starke Betätigurrg des .Heimatwillens der deutschen Juden durchklingt, schließt diese besonders beachtliche urrd wertvolle Ausgabe der „E.-V.-Zeitung, die u. a. mit derr Bildern der verstorberren E.-V.Führer und Rabbiner Dr. K o p f st e i n iBeutben) und Dr. Brau n s ch w c i g e r l Oppelns geschrnückt ist. Es ist äußerst darrkensivert, daß die „E.-V.-Zeitung" mit dieser Sondernummer rricht nur ein Bild von der wichtigen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Mitarbeit der Juden in Oberschlesien gibt, sondern auch die Opfer, die sic für ihr Deutfchtrnir gebracht haben, der Vergangenheit entreißt. Wie wir hören, hat der Eerrtral-Vereirr diese Sonderausgabe in erhöhter Auflage Herstellen urrd der gesanrterr derrtschen Presse sowie den wichtigsten Reichs-, Staats-, Kommunal- und Kirchenbehörden zugeleitet. Auch die März-Nummer der nur für nichtjüdische Leser bestimmten Monatsausgabe erfchierr in beträchtlich erhöhter Auflage als oberschlesifche Sorrderrrrnnnrer. Mit ihrem neuerfchienencir Februarheft tritt die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Jndentums irr derr 75. Jahrgang ein. Wcnrr sie sich als eirrzige unter derr zahlreichen deutfcherr Zeitschriften jüdisch-wissenschaftlichen Inhalts zrr erhalten gewußt hat, so verdankte sie dies dem Umstarrde, daß sie für den Gelehrten --- und nicht nur für den jüdischen Gelehrten unentbehrliches Rüstzeug liefert, zugleich aber zahlreiche Beiträge enthält, die das Interesse weitester Leserkreise beanspruchen können. Das neue Heft zeigt, wie glücklich die Zeitschrift auch im neuen Jahre dieser ihrer Doppelanfgabe Rechnung zu tragerr weiß. Es begirrnt in ihm eine Auffatzrcihe über das jüdische Schulwesen in allen Lärrdern der Welt; derr ersten Aufsatz, der die jüdischen höheren Schulen irr Deutschland behandelt, hat Herr Gymnasialprofessor Dr. Fürst geliefert, weitere Aufsätze über das jüdische Schulwesen in anderen Ländern aus der Hand gründlicher Sachkenrrer folgen. Ferner bringt das Heft eirren Ueberblick über neue Forschungen zur Geschichte der jüdischen Kunst - ein Thema, desserr Bedeutung, wie die Grürrdung zahlreicher neuer jüdischer Museumsvereine zeigt, auch der Nichtfachmann zu schätzen weiß. Selbstverständlich enthält das Heft auch Beiträge, die rrur für derr Gelehrten bestimmt sind, wie die llirtersuchurrgcn des Rabbiners und Ilrriversitätsprofessors Herzog zur Geschichte der Juden irr Steierrrrark. Aber der ebenso gediegerre wie gemeinverständliche Bericht des Berlirrer Rabbiners Dr. Max Wiener über rreue Schriften zur Bibelforschurrg wendet sich an weiteste Kreise; gleiches gilt vorr den Beiträgerr zur Bibelerklärung, welche Dozent Tr. Torczyner und Professor Dr. Heinrich Lewy beisteuern, -- letzterer mit sehr lehrreichen Ausblicken auf die Geschichte jüdischer Sitten und Bräuche. Wie wir hören, ist auch für die nächsten Hefte cirre Reihe gemeinverständlicher Beiträge bereits zugesagt, insbesondere auf den Gebieten der jüdischen Homiletik und Pädagogik, sowie der alljährilche Sammelbcricht über Neuerscheinungen auf dem Gebiete der schönen Literatur Marr abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird urrd den jährlichen Mindestbeitrag von 10 RM. an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlirr 70301 oder an eirren der Vertrauensmänner serrdet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. An alle Leser! Kaufen Sie bei den Inserenten unseres Blattes 13

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