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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-03-01 · 3 (3.1931) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
3 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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~)r- Durch diesen Besuch sind vielen Teilnehmern Einblicke in bisher unbekannte Gebiete gewährt worden. Mühlheim a. M. Am 10. Februar d. I. verschied nach längerem Krankenlager, Frau Lina R o l l m a n n, geb. Rosenbusch, im Alter von 65 Jahren. Die Gemeinde verliert eine ihrer Hauptstützen, die^ Familie die Mutter. Hilfsbereit gegen Jedermann, stand ihr Haus offen für jeden guten Zweck und den Armen Zedoko geben war ihr ein Bedürfnis. Tie sehr große Beteiligung bei der Levaje legte davon Zeugnis ab, wie groß ihre Beliebtheit, mich bei Nichtjuden geweseli. Am Grabe schilderte Herr Rabbiiier Dr. Diene m a n n nochmals den Werdegang ihres Lebens und erflehte ben göttlichen Beistand für die Hiiiterbliebeueii. Offenbach a. M. Am 28. Februar d. I. beging Herr RechtSanwalt und Notar Dr. Siegfried G u g g e n h e i ni das m-kf. WUT Jubiläuiu seiner 25jährigen Zugehörigkeit zum Vorstand der israelitischen Religionsgemeiride. Weit über Hesscri hiilaus ist Dr. Guggenhcims Wirken für das deutsche und das Gcsamtjudenluni bckaiiiit. Er gehört zu deii aktivsten Persöiilichkeiteii des deutscheil Judentilins, ist u. a. tätiges Mitglied im Hauptvorstaude des E.-B. In jüngster Zeit ist sein Name besonders bekannt geworden durch die von ihin herausgegebene „Offenbacher Haggadah". Die Offenbacher Gemeinde verdankt seiner Tätigkeit int Vorstand viele fruchttragende Anregiingen auf allen Gebieten jüdischeil Lebens. Danksagung. Allen Freunden lind Bekannten, welche mich zu meinem 70. Geburtstage, durch Gratulationen' beehrt, spreche ich bierniit meinen verbindlichsten, herzlichsten Dank aus. M. Kahn, Lehrer in Hechtsheim bei Mainz. Vereine und Verbände. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Mainz. «Wiuterarbeit 1050-31.) Die erste Veranstaltung des Winterhalbjahres brachte am 20. Oktober ein Referat von Frau Lina Metzger über die Äommerschule in Bad Dürkheim. Frau Else Lion sana, begleitet von Frl. Bertlies Weinschenk, verschiedene dankbar aufgenommcne Lieder. Im November folgte an zwei Abenden eine Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Frau Dr. Johanna Simon. Thema: Tie gesellschaftlichen und rechtlicheli Grundlagen unseres Staates. Am 3. Dezember wurde eine Tombola veranstaltet. Die Gegenstände hierzu wareu von Vereins- Mitgliedern gestiftet. Der Ertrag wurde der Winterhilfe zugcführt. Frl.' Rosi Cabn erfreute durch Gesangsvorträge, begleitet von Frau Studienrat Levi. Am 11. Dez. fand ein Chanukkaspieluachmittag für Kinder statt. Frau Rabb. Dr. Levi hatte ein kleines Theaterstück „Das goldene Trendelchen", das von Kindern gespielt wurde, eiustlldiert, zu dem der junge Sohn Hans Levi die Dekorationen gezeichnet und die Kostüme entworfen hatte. Der Mittag verlief zur großen Freude der Kleinen. Am 5. Januar 1031 abends Vortrag von Margarethe Susmann über „Freud als Ethlker." Am 15. utid 22. Februar abends Arbeitsgemeinschaft mit Herrlt^ Rabbiner Dr. Levi, Thema: Zur Rechtfertigung des jüdischen Schrifttums und der jüdischen Sittlichkeit. 2. Februar, Vortrag von Fr. Alice Schloß über „Aktuelle Literatur". Am Montag, den 23. Februar, fand unter Leitung des Fräulein Loni Meinert ein heilerer Abend statt. Die Leiterin und ihre Mitwirkenden, isiimlich Frau Luck, Frau Buchdahl, Frau Stuienrat Levi, Fräulein Schönberger und Fräulein Lehmann, verstanden es, einen innigen Kontakt mit ihren Zuhörerinnen herzustellen. Ihre verschiedenartigen, kultivierten, zum Teil mit erquickendem Humor gewürzten Darbietungen, ließen für einige Stunden bin bedrückende Schwöre, der jetzigen Zeit vergessen. Dafür wurde ihnen auch der uneingejchräukte uud lebhafte Dank der Anwesenden zuteil. Für den 23. März ist unsere Generalversammlung festgesetzt. Ein Vortrag über das Thema „Was die Frau über Gcldwirtschaft wissen muß" soll anschließend folgen. Was die soziale uud charitative Arbeit betriift, so sind wir in der Zeutrnlwohliahrtsstelle und in der Kommission für Schullind Erzichungswesen durch zwei unserer Vorstandsmitglieder vertreten. Wir haben die Leitung der Komiitission für Erholungsfürsorge des Provinzialverbandes Hessen-Nassau jüdischer Frauen und vermitteln für Kinder und erwerbstätige Frauen uud Mädchen teils unentgeltlichen teils erntäßigtcn Ferienaufenihalt. Die Verbindungen mit den interkonfessionellen Vereinen der Stadt werden von uns gepflegt; nn Stadtvcrband sind wir an der Gründung eines Heims für erwerbslose Mädchen beteiligt. Viele unserer Mitglieder folgten dem Aufruf, zur Linderung der Not Kinder an ihrem Mittagstisch teilnehmen zu lassen,, andere senden wöchentlich Lebensmittelpakete an bedürftige Familien. Unser Frauenbund gibt aus eigenen Mitteln in aec'gneten Fällen berufstätigen Mädchen von auswärts Beköstigung im rituellen Restaurant. Die fürsorgcrftche Tätigkeit erweitert sich immer inehr und findet verständnisvolle uud tätige Unterstützung durch unsere Mitglieder, wie überhaupt die stets wachsende Beteiligung an allen unseren Bestrebungen und Veranstaltungen den Beweis bildet, daß immer weitere Kreise für Zwecke und Ziele des jüdischen Frauenbundes gewonnen Werdern S. Gebhardt, Schriftführerin. Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Mainz. Am Mittwoch, den 21. Januar, 20.30 Uhr, fand im Vereins-Restaurant die ordentliche Generalversammlung statt. Der 1. Vorsitzende Kamerad Benny Levy begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Kameraderr und übergab dem Schriftführer Kamerad Max Karl Wald mann das Wort, für die Berichterstattung über das ab-' gelaufene Gefchäftsjabr urld wurde der Bericht mit Beifall aufgenommen. Bei der Mitteilung, daß im letzten Jahre unsere Kameraden Josef Baumaarten und Karl Mayer verschieden, erhoben sich die Kameraden zu Ehren der Toten. Alsdann erstattete Kaitierad Joseph den Kassenbericht, welcher durch die Revisoren für richtig befunden wurde. Unser Kamerad Dr. lltoscnblatt berichtete über unsere Turngruppe und wurde es fretidig begrüßt, daß die Teilnehmerzahl sich im letzten Jahre verdoppelte. Ncuchdem der alte Vorstand entlastet wurde. ist solchem seitens der Mitglieder der Dank ausgesprochen worden, für die im letzten Jahre geleisteten Arbeiten. Bei der Vorstandswahl teilte Kamerad Benny Levy mit, daß er aus geschäftlichen Gründen das Anlt als 1. Vorsitzenden nicht mehr annehmen könnte und wurde solches voll allen Kaineradell sehr bedauert. Einstimmig wurden gewählt: 1. Vor-, sitzender Kamerad Max Karl Waldmann, 2. Vorsitzender .Kamerad Tr. Laderlburg, Schriftführer Kamerad Siegmund Strauß, Kassierer Kamerad Isidor Joseph, Beisitzer Kameraden Fritz Löwensberg, Dr. Walter Steril, Alfred Fridberg, Bellny Levy, Turnwart Kamerad Dr. Rosenblatt. Außerdem wurdell noch Kasseu-Revisoren sowie ein Sport-Ausschuß gewählt. Bei der allaemeilren Aussprache wurde eiilstimmig beschlosseir, den noch von früheren Jahreil in bester Erinnerung habenden karnevalistischen Abend, auch dieses Jahr wieder zu veranstalten, um die Kameraden von lhreil Alltags-Sorgen aufzuheitern. Ferner findell im Laufe der ilächsten Monate verschiedene Vorträge statt. Urn die Kameradschaft in der Ortsgruppe zu pflegeil, findet jeden ersten Mittwoch im Monat ein gemütliches Zusammensein in unserem Klub-Lokal Vereinsbaus-Restauraut, Klarastraße, statt. Gegell 11 Uhr schloß der 1. Vorsitzende die Versammluilg, nachdem er den anwesendel! Kameraden dringend ans Herz legte, für den R.J.F. eifrig zlr werbeil. Am Mittwoch, den 28. Januar 1031, fand im Glaspalast des Restaurants Schöfferhof der karnevalistische Herren-Abenen des R.J.F., unter Leitung des Kameraden Carl Lahnstcin, statt. /Die Veranstaltung wurde von zirka 300 Mitgliedern und Gästen besucht. Einstimmig war das Lob über diesen wundervollen AbqtHZ welcher die Kameradschaft weiter pflegte u,ld die' durch sHivenck Alltags-Sorgen bedrückten Kameraden' für einige Stguderj, anif heiterte. ' *—

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