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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-02-01 · 2 (2.1931) · p. Seite 15

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
2 (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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bcr Rhythmus des Buches und seine Atmosphäre. Dadurch wird r" r-:^r(I^er^^cu ^cilljtlb des heutigen Berlin; man Hort die Musik dieses klangreichen und brutalen Orchesters, in dein ledes Instrument einen Platz finden kann, um sich zu behaupten oder um unterzugehen. Weißmanu. jüdische Volk in seiner Anekdote. Berliii. 1W1. Verlag für Kulturpolitik. Brosch. 4.50 Mk., geb. 6.50 Mk. ^lgenden Untertitel trägt das Buch: Ernstes und Heiteres voii Gottsuchern, Gelehrteii, Künstlern, Narren, Schelmen, Aufschneidern, Schnorrern, Reichen, Frommen, Freidenkerii, Täuflingen, Antisemiten. Es verspricht damit, etwas auszusagen von allen Typen des jüdischeii Volkes; richtiger gesagt, verspricht, jeden Typ sich selbst aussageii zu lassen in der ihm eigentüm- Art. Ein sehr umfassendes Versprechen iind, ivenii es eingelost wird, stur den Psychologen von wesentlicher Bedeutung. Es wird eingelöst: Herausgeber und Verlag haben ihre Aufgabe in dankenswertester Weise erfüllt; haben dürch die Flut vou 'zwangloien Aeutzerungen ein charakteristisches Bild entstehen lassen, das in seinen vielfach abgetönten Farben eine ebenso interessante ivie überzeugende Wirklichkeitsnähe atmet. Weißmann. Ruzicka, Rechtsanwalt Tr. Ernst. Max Halsmanns Ermordung. Der Schlüssel zur Wahrheit. Berlin-Wien. Krystall- Verlag. 2.— Mk. Ungerufen, aus rein menschlicher Verpflichtung, geht der Verfasser den Zeichen iiach, die zur endgültigen Aufhellung der Tragödie, die im Zillertal sich vollzog, führen dürfte. Er hat die Belege mit äußerster Gewissenhaftigkeit zusammengetrageii, die daraus sich ergebenden Schlüsse mit aller Behutsamkeit gezogen, und er legt das Resultat seiner Bemühungen, gleichzeitig seine Ueberzeugung vor in Erinnerung an die Schlußworte des Staatsanwaltes im ersten Prozeß: „Ich habe Tag und Nacht darüber nachgedacht, ob sich nicht eine natürliche Erklärung für die belastenden Indizien fiitbeu läßt; habe aber keine gefunden." „Aus diesen Worten," sagt Ruzicka, „glaube ich das Versprechen ableiten zu dürfen, daß der Staatsanwalt, wenn sich auch nur eine einzige solche natürliche Erklärung fände, seine Einstellung zu Philipp Halsmann sofort ändern würde. Der Staatsanwalt hat hier die „Tag und Nacht gesuchte Erklärung." Das Weitere liegt bei ihm. Herr Dr. H o h e n l e i t n e r wird sein Wort einlösen." Weißmann. Hanna Emmerich: Das Judentum bei Voltaire. Priebatsch's Buchhandlung. Breslau. 1930. 263 Seiten. Mk. 12.—. Voltaire, der Aufklärer und Freigeist, der Skeptiker und Rationalist, der Historiker und Philosoph, der Dramatiker und Erzähler, der umfassendste und weiteste Geist im Frankreich des 18. Jahrhunderts, entpuppt sich nachgerade als einer der fanatischsten und bösartigsten Widersacher des Judentums. Dieser Mann, dem das Hirn alles und das Herz nichts ist. der den Verstand allein achtet und den Glauben in Bausch und Bogen verdammt oder verhöhnt, haßt das Judentum, weil er das Ehristentum anfeindet und weil er jegliche Religion verwirft. Dabei entblödet er sich nicht, sattsam bekannte Greuelmärchen aus Altertum und Mittelalter mit einer galanten Pseudowissenschaftlichkeit und einem gruseligen Wohlbehagen aufzutischen oder aufzufrischen. Hanna Emmrich unternimmt es, in ihrem überaus fleißigen und sauberen, exakt wissenschaftlichen Werk, den Quellen und Motiven dieses Hasses nachzuspüren, zu zeigen, wo Voltaire, beivußt oder unbewußt, irrt, wo er Günstiges verschweigt und Ungünstiges nach freiem Ermessen hinzufügt, wo er aus Unkenntnis fälscht oder aus Haßsucht schmäht. Philologische Akribie, tiefgründige Wissensfülle und enge Vertrautheit mit dem Stoff ld. h. mit Voltaires Werk und der jüdischen Kultur- und Geisteswelt) haben hier ein Werk geschaffen, das beachtenswert ist: für den Romanisten als Beitrag zur Voltaireforschung, für den Historiker als Dokument zur Geschichte des Antisemitismus und schließlich für jeden Gebildeten als Beispiel für die große Verirrung eines großen Menschen. Dr. Milinn Schömauu. Stellengesuche. Für junges Mädchen mit höherer Schulbildung wird zum 1. April d. I. Stelle als Lehrmädchen in kaufmännischem Betriebe gesucht. Offerten an die Redaktion d. Blattes. Kriegswaise, die die städtische zweijährige Handelsschule besucht, besonders firm in Stenographie, sucht Lehrstelle auf kaufmännischem Büro per 1. April 1931. Offerten an die Schriftleitung des „Mitteilungsblattes" erbeten. Briefkasten. ' ' An Frau P. A. in T. Anonyme Zuschriften können wir" leider aus pressegesetz'lichen Gründen nicht aufnehmen. Februarprogramm der zionistischen Ortsgruppe Mainz. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltet eine Reihe von Aussprache-Abenden im Heim, Gemeindehaus, Gabelsbergersiraße Beginn: Abends 8.45 Uhr. Mittwoch, den 4. Februar: Dr. Pomeranz: Zur Soziologie des Judenhasses. _ Mittwoch, den 11. Februar: Dr. Seide: Kritische Betrachtungen zur heutigen Situation der Juden. Mittwoch, den 25. Februar: Rechtsanwalt Haas: Der Zionismus von Klatzkin — und seine Gegnerschaft. Personalnotizen. Geboren: Friedberg i. H. ein Sohn des Herrn Salti Simon. M ai n z : 27. 1. 31 eist Sohn des Herrn Dr. Sigwart Süssel. Offen bach a. M.: eine Tochter des Herrn Ernst Koch und Frau Alice geb. Liebmann. Barmizwoth: Gießen: 28. 2. 31 Gert Strauß, Sohn desHerrn MoritzStrauß, Offen bach a. M.: 24. 1. 31 Hans Krazmann. 31. 1. 31 Gotthold Degenhardt 7. 2. 31 Uri Preminger. Verlobte: F r a n k f u r t — G einshei m : Frl. Erna Wolf mit Herrn Karl Kahn-. G r i e s h e i m — V i l b e l : Frl. Klara Levi mit 'Herrn Heinrich Grünebaum. Vermählte: E r k e l n — H a h n h e i m : Ludwig Scheideberg mit Selma Scheideberg, geb. Mann. Frankfurt — N i e r st e i n: Hugo Friedmann mit Gertrud Friedmann, geb. Blum. Mayen — Hechtshei m : Norbert Treidel mit Lilli Treidel ___ geb. Levy. Sprendlingen — Griesheim: Frl. Minna Mayer mit Herrn Leopold Haas. 75. Geburtstag: M i ch e l st a d t : 5. 2. 31 Frau Auguste Marx, geb. Emerich. 78. Geburtstag: Sprendlingen: Frau Emma Kappel, geb. Groß. 80. Geburtstag: F r i e d b e r g : 20. 2. 31 Hetr Rudolf Ehrmann. Gestorben: Alsfeld: 9. 12. 30 Frau Hilda Katz, geb. Levi, 47 Jahre alt. 22. 12. 30 Frau Bertha Flörsheim, geb. Rosenstock, 62 Jahre alt. Appenheim: 31. 12. 30 Hermann Lazarus IX, 72 Jahre alt. Bingen: 2. 12. 30 Moritz Mattes, 80 Jahre alt. Bönstadt: 6. 1. 31 Frau Bernz. Essenheim: 18. 1. 31 Frau Minna Goldmann, geb. Fath, 62 Jahre alt. F r e i l a u b e r s h e i m : 17. 1. 31 Mina Strauß Ww., 80 I. alt. F r i e d b e r g : Adolf Aaron, 63 Jahre alt. Gießen: 20. 1. 31 Gabriel Spier, 64 Jahre, alt. Griesheim: 28. 1. 31 Frau Joseph Mendel, 80 Jahre alt. Graß-Karben: 4. 1, 31 Frau L. Junker Ww. Graß-Karben: 20. 1. 31 Frau Henriette Junker. L i ch : 15. 1. 31 Julius Salaman, 23 Jahre alt. Mainz: 5. 1. 31 Frau Amalie Klein, geb. Stern, 90 Jahre alt. M a i n z - K a st e l : 14. 1. 31 Nathan Neumann, 82 Jahre alt. O b e r a l m : 24. 1. 31 Frau Johanna Koch, geb. Hausmann, 68 Jahre alt. Offen bach a. M.: 16. 1. 31 Frau Josefine Merzbach, 79 I. alt. Wies e ck : Leopold Läwenstein, 64 Jahre alt, 1. Vorsteher der Gemeinde. 15

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