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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-12-01 · 12 (12.1930) · p. Seite 15

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
12 (12.1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Aufdeckung der jüdischen Vorlage der.Johannesüpokalypse. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Juden- ^rlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von .llM 10 —an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Verlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. Fink, Georg. Hast du dich verlaufen? Roman. Berlin, 1930. Bruno Cassirer. Hust du dich verlaufen? Eine rhetorische Frage, vom Autor an sich selbst gestellt; denn die Antwort ist wohl klar für ihii, wie fiir jeden, der' feinen neuen Roman liest. Von seinem ersten Werk her, dem Bekenntnisbuch „Mich hungert" bewahrt man dem Verfasser so ein herzliches Gedenken; man hat ihn in Erinnerung als eiiien Menschen reinen und weiten Herzens, zart und tragfahig. Im hintergründigen Brodem der Großstadt atmet da ein Kind, wächst heran, ohne sich zu entwurzeln, über das drückende Grau emporzusteigen. Was Fink in seinem neuen Roman gibt, ist das untergründige Berlin. Da hinein verläuft sich einer von außen her. Ja, es ist keine Frage: er verläuft sich d. h. er geht einen falschen Weg. Daraus kann er sich nicht halten, und wenn er sich schließlich doch noch herauswindet, glaubt man schwerlich, daß er für ein Nachher noch irgendwelche Kraft gerettet hat. Der Verfasser sagt in einem Beiwort, er sei kein Schriftsteller, vielmehr ein Berichterstatter, für den neben dem lebendigen Erlebnis die Phantasie kaum eine Rolle spielt. Also auch nicht die Gestaltung. Damit verwahrt er sich von vornherein gegen eine künstlerische Bewertung seines Werkes. Wenn es jemanden zu reden drängt von dem, was er erlebt hat, warum sollte er nicht reden? Um so mehr, wenn er darauf gefaßt sein muß, daß man die üblichen literarischen Maßstäbe anlegt. Und die verträgt er hier leider nicht. Weißmann. Galsworthh, John. Auf der Forsisie-Börse. 19 neue Kapitel zur Forsyte-Saga. Berlin-Wien-Leipzig. 1930. Zsolnay. Nach seinen eigenen Worten fällt es Galsworthy schwer, Abschied zu nehmen von den Menschen der Forsyte-Saga, und so schickt er dem „Schwanengesang", dem letzten Lebewohl, noch ein allerletztes nach: kleine Züge aus dem Leben seiner Forsyte- Freunde, mit all der Grazie und dem überlegenen Verstehen ausgezeichnet, wie man das bei ihm gewöhnt ist. Es kommt nichts Neues mehr hinzu; er hat ja schon alles gesagt. Aber wenn der Abschied auch vorüber ist, wenn der Zug schon läuft, wie gern blickt man zurück nach einer winkenden Hand, schau! sie schwebt noch in der Luft, lebt wohl! Weißmann. Hamsun, Knut, August Weltumsegler. Roman. München, 1930, Langen. August Weltumsegler — Landstreicher und Projektemacher — kommt wieder einmal in die heimatliche Bucht. Wozu? ja, wozu eigentlich? Um das Leben dort um und um zu kehren, die Aecker in Häuser umzuwandeln, das Dorf in eine Stadt; eine Bank zu errichten und eine Heringsmehlfabrik, und schließlich, wenn alles schief geht, ins Unbekannte zu verschwinden, spurlos unterzutauchen in der unendlichen Weite, sowie er aus der unendlichen Weite aufgetaucht ist. Das ist Leben voll unverletzlicher Triebhaftigkeit, mit keinem anderen Ziel als Bewegung — wunderbar bewegte Torheit vom Grenzenlosen ins Grenzenlose. Weißmann. Kolbenheyer, E. (st. Jagt ihn — ein Mensch. Schauspiel in fünf Aufzügen. München, 1930. Georg Müller. Dr. Wengert, Chemiker der Astag-Werke, hat eine Erfindung gemacht, von der er die wirtschaftliche Erlösung der Menschheit erhofft. Weil sie allen zugute kommen soll, meint er, sie dürfe um keinen Preis in die Hände der leistungsfähigsten Unternehmer geraten. Er will sie also weder seinem eigenen, noch sonst irgend einem anderen großen Werk verkaufen. Darüber gerät er in schwere Konflikte. Nicht nur mit den Unternehmern, auch — was für ihn viel bitterer ist — mit den Arbeitern. Es ist nicht Raum, nicht Verständnis in der Welt für eine rein menschliche Einstellung. Wer das nicht erkennt und sich danach richtet, der ist vogelfrei. „Jagt ihn!" heißt die Losung ihm gegenüber. Man bringt ihn zum Stürzen, und das ist nicht schwer; denn der einzelne ist ja wehrlos gegen das System. Seit dem großen Spinoza-Roman „Amor Dei" hat Kolbenheyer für den echten, reinen Menschen Zeugnis abgelegt. Mit großer Treue führt er ihn durch die Zeiten; er erkennt ihn in dem Amsterdamer Diamantschleifer so überzeugend wie in dem Forscher unserer Tage, und die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Probleme von heut haben für ihn das gleiche Gewicht wie die Gedankenprobleme einer entlegenen Zeit. So erweist er sich auch in der Stimme" einer eben erschienenen Sammlung von Aufsätzen als der zur Klarheit strebende Mensch, der sich bekennt ohne Rücksicht auf sich sebst, auch ohne Rücksicht auf Zeitgeschmack und Zeitströmungen. Weißmann. Weinschenk, Jakob Hugo, „Sonette". Helingsche Verlagsanstasi Leipzig, 1930. 259 Seiten. Ein Kaufmann, den seine Empfindungen und Gedanken unerbittlich aufrütteln, geht hier den Fragen des inneren und äußeren Lebens nach und läßt sie in gebundener Sprache der Sonette freimütig ausklingen. In neun Büchern führt er uns durch die verschiedensten Gebiete des Geistes und der Natur, des Schauens und Gedenkens der Betrachtung und der Besinnung. Einige der Sonetten möchte man sehr gern in Vertonung hören. Nicht alle sind zwar von gleichem Wert, aber jeder Leser wird Anklingendes an seine Seele finden. Als Probe sei aus dem neunten Buch die Sonette „Büßer" wiedergegeben: Was ich zu tragen habe, trag ich gern; Denn unbeschränkt ist meiner Sünden Zahl Wider den Geist, dem ich mich anempfahl, Wider den Geist, den ich erkor zum Herrn. Der Weg ist schmal; das Ziel bleibt ewig fern; Das Aug' wird trüb; der Kopf wird kühl und kahl, Und endlich bleibt mir keine andre Wahl, Als nachzugehen meinem kalten Stern . . . O Stern, o Stern, wo bleibst du endlich stehen? In welcher Hütte kann ich Wunder sehen, In welche Hütte zuversichtlich gehen. Wo ich in meinem eignen Geist darf leben, Wo bess're Sphären in die meinen schweben, Wo alles wird: Vergessen und Vergeben. W. Schremmer. Schlesische Volkskunde. Breslau, 1928. Priebatsch. Eine dankenswerte Uebersicht über einen reichen Stoff, der auch mehrfach das Gebiet der jüdischen Kulturgeschichte streift. Flampauer (S. 24) „flämischer Bauer" erinnert an den jüdischen . Ausdruck Flamender (in Prag für: Mob) und Framengo (bei den Spaniolen in Hamburgs, Marokko u. s. für: Zugereister); Kaff (Dorf) ist hebr. Kefar; Kluft auch im österr. Dialekt — Kleid, klingt, abgesehen von dem Romanischen, an das hebr. Chalifot an, dürfen (im Sinne von brauchen wie das jüd-deutsche, bedürfen.. Wehe, wenn das Schwein Hörner hätte", „Hauses Krone ist gut Weib" u. a. Sprichwörter haben jüdische Analogien, wenn nicht Quellen. S. 131 spricht von einem Judentempel auf dem Rufberge bei Faulbrück, S. 179 von dem Kinderspiel: „Es kam ein Jude aus Paris". Grunwald. Hugo Helbing, München, 1930, Katalog der Sammlung alter Kunstgegenstände für das jüdische Ritual. Für die in der letzten Nummer unseres Mitteilungsblattes bereits angekündlgte Versteigerung einer Sammlung alter Kunstgegenstände für das jüdische Ritual, ist nunmehr ein Katalog mit sechs Jllustrationstafeln erschienen. Die Versteigerung der Sammlung, welche am Dienstag, den 16. Dezember 1930, vormittags 10 Uhr, in der Galerie Hugo Helbing, München, Wagmüllerstraße 15, erfolgt, bringt seltene und erlesene Gegenstände jüdischer Kunst- und jüdischen Kultes. Ein großer Teil der zur Versteigerung kommenden Objekte stammt aus östlichen Gebieten, doch ist auch an verschiedenen Stücken die deutsche Herkunft unverkennbar. Es wäre zu wünschen, daß die wertvollen Teile der Sammlung, die nunmehr aufgelöst wird, für jüdische Museen in Deutschland erhalten blieben. Dr. L. Stellengesuche. Für jungen Mann, der die Handelsschule besucht, Lehrstelle gesucht in einem am Schabbos und Jomtow geschlossenen Geschäft, mögl. Textilwaren, evtl, auch andere Branche. Angebote an die Schriftleitung des Blattes erbeten. Geschäftliches. Das bekannte, unter der Leitung von Frau Regina Bachrach stehende israelitische Hamburger Haushaltungspensionat, Villa Klosterallee 14, bildet seine Besucherinnen jeder modernen Forderung gemäß in allen praktischen Fächern und gleichzeitig gesellllauder&(9, Mainz Kohlenhandelsgesellschafft m. b. H. Kaiserstraße 29% Telefon 3920 Vorteilhafte Bezugsquelle für sämtliche Hausbrandkohlen la. Ware I Reelles Gewicht I 15

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