Mannheim
Compact Memory

Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-12-01 · 12 (12.1930) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
12 (12.1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9582242-9623187-9620828--0671-9620841
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

Wandlungen unter den deutschen Juden, ihrem Abstieg in der Gegenwart, rhrer wirtschaftlichen Zukunft. Denkwürdigkeiten des Aron Jsak (1730-1817). Herausgegeben und erngelertet von Z. Holm. 208 Seiten Großoktav, 8 Tafel- und 2 Textbilder, holzfreies Papier. In Ganzleinen gebunden — Der Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeinde, Berlin W 57, Pallas- 10/11 (Mitgliedsbeitrag jährlich RM. 12.—, wofür die Mitglieder drei Bände jährlich nach freier Wahl erhalten; Interessenten erhalten kostenlos ausführliche Prospekte. Eine Parallelausgabe des Buches für Nichtmitglieder ist im Welt-Verlag-Berlin erschienen und durch jede Buchhandlung ßu' beziehend Preis RM. 6.— in gleicher Ausstattung wie oben. Eiii schlichter Mann (1730 zu Treuenbrietzen i. d. M. geboren, gestorben 1817 zu Stockholm) erzählt sein abenteuerliches Leben: Petschaftstecher in seiner Heimatstadt, nachher im mecklenburgischen Bützow, wo er mit den Professoren gut- Freund war und viele adelige Kunden hatte; Galanteriehändler im Siebenjährigen Kieg; zuletzt Hofjuwelier und Schützling Gustavs III. von Schweden und sein Kriegslieferant im russischen Krieg, den er im Hauptquartier genau kennenlernt. Ein schlichter Mann, doch von politischem Scharfblick, diplomatischer Gewandtheit und Tatkraft, der es verstand, den streng kirchlichen Schweden das Niederlassungsrecht für seine Glaubensgenossen förmlich abzutrotzen und so zum Begründer der ersten jüdischen Gemeinde in Schweden wurde. Ein schlichter Mann, aber ein geborener Schriftsteller, dessen naiver treffsicherer Ausdrucksweise ein großer Reiz anhaftet, und der eine der kuriosesten Lebensgeschichten, ein höchst aufschlußreiches Zeitdokument hinterließ. Brinig, Myron, Die Singermanns, Roman. Adolf Sponholtz Verlag G. m. b. H., Hannover. Aus dem Amerikanischen von Lisa H. Löns. 280 Seiten. Preis: Ganzleinen RM. 6.5O. Von den vielen Büchern, die vom Leben und der Entwicklung jüdischer Einwanderer nach Amerika handeln, unterscheiden sich „Die Singermanns" dadurch, daß hier die neue Welt, welche die Singermanns für die rumänische Heimat eingetauscht haben, mit ihren bunten Eindrücken etwas zurücktritt, nicht auf Kosten der Lebendigkeit des Buches, sondern um mehr Raum zu geben, für die innerliche Entwicklung der Singermanns, die im gleicher: Boden wurzelnd, doch zu ganz verschiedenen Wesen reifen. Ausblick und Aufstieg zeigt der Jüngste, dessen Persönlichkeit die Verschmelzung der altüberkommenen und dazu gewonnenen Art -'war noch nicht klar erkennen, aber schon ahnen läßt. Die Ilebersctzung von Lisa H. Löns hat die sprechlichen Eigenheiten des Buches erhalten. H. L. Kastein, Josef, Sabbatai Zewi. Der Messias von Jsmir, Ernst Rowohlt-Verlag, Berlin 1930. 385 Seiten, Preis geh. RM. 6.6O, geb. RM. 10.—. Ein neues Werk über Sabbatai Zewi, den als Messias der Juden von weiten Kreisen des morgen- und abendländischen Judentums des 17. Jahrhunderts anerkannten Schwärmer. Diesmal ist's weder ein Roman, noch eine dramatische Dichtung, sondern eine auf den geschichtlichen Materialien der Zeit aufgebaute Schilderung, die zugleich kultur-geschichtlich und psychologisch auszuklären sucht. Ein Buch, das durch den Stoff und durch die angewandte Methode fesselt. Allerdings wäre dem Wissenschaftler und insbesondere dem Historiker mit einer genauen Quellenangabe für die beigebrachten Materialien mehr gedient, als durch die gelegentlichen allgemeiner: Hinweise und durch die am Ende gebrachte, über den Stoff handelnde Bibliographie. Dre Sprache des Buches ist, besonders in ihrem ersten Terl, nrcht immer einwandfrei (z. B. das häufig gebrauchte neutrale „es" am Anfang eines Satzes, wo alsbald das bestimmte Subjekt stehen sollte: Es brauchte etwa eine Stadt oder ein Land Geld; Es kann ja nicht ausbleiben, daß in ihm eine gesteigerte Erwartung ist; Da Sabbatai nun Chacham geworden ist, darf es nicht fehlen, daß auch er einen Kreis von Menschen um sich hat, die sich in geistige Abhängigkeit von ihm begeben; es würde aber ein Mann wie Mardochei Zewi srrr eine solche Erwägung. wen:: man sie ihm vorhielte, kein Verständnis haben: u. a Stellen.) Die beigefügten zwölf Knpfertiefdrucktafeln sind eine ansprechende und belebende Bereicherung des Werkes. In dem Buche steckt viel Kenntnis des Materials und Fleiß. Dr. L. Asch, Schalom, Moskau. Paul Zsolnay-Verlag, Berlin-Wien- Leipzig, 1930. 525 Seiten, Preis brosch. RM. 4.—, in Lernen geb. RM. 7.—. Der dritte Teil und Abschluß der Trilogre lregt nunmehr vor. Daß Sacharij Mirkin, dieser einzige Sproß des gesellschaftlich hochstehenden, russisch-jüdischen Kaufmannshauses, sich irgendwie und irgendwann zu der geistig tiefen und sittlrch starken Lehrerstochter Helene Hurwitz zrrrückfinden werde, haben wir, nachdem wir erst einmal seine seelengründliche Aufwühlung und seine Besinnung auf sein Judentum gesehen hatten, als eine innere Notwendigkeit geahnt. Der Weg allerdings, den er bis zu dieser Heimkehr zurückzulegen hatte, ist von Schalom Asch in einer atemraubend packenden Weise geschildert. Schalom Asch führt uns durch die zusammenbrechende Welt des alten Rußland, durch alle Schichten und Lager, durch Krankheit, Blut und Tod, in die Heereslager der roten und weißen Armee, über Märkte und durch unentrinnbare Gefängniszellen: Kurz durch eine Welt, die uns schüttelt und schaudern macht. Schalom Asch hat durch dieses Gemälde eines soeben erlebten Zeitabschnittes sein Werk gekrönt. Dr. L. Prinz, Joachim, Helden und Abenteurer der Bibel, Paul BaUmann Verlag, Berlin-Charlottenburg 1930. 158 Seiten. Ein neues Buch der jüdischen Kinder. Neu, teilweise durch die Auswahl der Stoffe, die behandelt werden und diese Auswahl berechtigt den Titelteil „Abenteurer", neu aber auch durch die Sprache, die zweifellos zu den Kindern so spricht, daß ihnen nicht nur die Zeit, sondern auch das Herz ausgefüllt wird. Es ist zwar schade, daß in einigen Geschichten so viel von Kampf, von Krieg, von Feindschaft und Verfolgung die Rede ist (aber das liegt an der: ausgewählten Stoffen selbst), und es ist schade, daß einige ^stellen vom biblischen Bericht abweichen, jedenfalls: Prinz hat ein gefälliges, von salbungsvoller Art freies, lebendiges Kinderbüchlein geschrieben. Die kurzen Erzählungen auszuwerten, blerbt der: Eltern und Lehrern der Kinder überlassen. Soncino-Blätter, Beiträge zur Kunde des jüdischen Buches. Herausgegeben von der Sorrcino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches e. V. unter Redaktion von Hermann Meyer. Als Festschrift für Heinrich Brodh, den Entdecker und Erklärer hebräischer Poesie, den Förderer der hebräischen Bibliographie, den Freund des schönen jüdischen Buches, ist als Heft 2—4 des dritten Bandes dieses Werk zum 60. Geburtstage Brody's, des früheren Prager Oberrabbiners, von Jsmar Elbogen, Aron Freimann, Hermann Pick und David Simonsen und der Sorrcino-Gesellschaft als Sonderheft herausgegeben worden. Das Heft enthält Artikel von folgender: Autoren: Israel Davidson, Wollstein-Brody, Minna und Hermann Wollstein, Ludwig Blau, Hermann Pick, Karl Albrecht, David Simonsen, Arthur Spanier, Isaak Markon, A. Z. Schwarz, Heinrich Flesch, Jsmar Elbogen, Alexander Marx, I. S. Da Silva Rosa, Aron Freimann, Bernhard Wachstein, Hermann Meyer. Es ertibrigt sich, zu betonen, daß auch diese Veröffentlichung der Sorrcino- Gesellschaft in der äußeren Ausstattung und im Druckbild den höchsten Ansprüchen der Druckkunst genügt. Ein Portrait Heinrich Brodhs ist in einer Originallitographie (Handdruck) von Hermanrr Struck dem Titelblatt des Heftes vorangefügt. Dr. L. Das neue Heft der Monatsschrift kür Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird vor allem den Freund der Bibel und der jüdischen Kunstforschung interessieren. Kaminka setzt seiner: Bericht über Neuerscheinungen zum Verständnis der Hagiographerr fort, mit besonderer Ausführlichkeit werden Kommentare zu Hiob behandelt. Dabei tritt hervor, daß die neuere Kritik mehr uird mehr von der Neigung zu möglichst spätem Ansatz der biblischen Bücher abkommt, und daß vielfach auch eine höhere Bewertrrng des masoretischen Textes Platz greift. Wertvolle Beiträge zur Erklärung -des Buches Jesaja steuert M.artin Bub er bei; sie sind aus der gemeinsamen Arbeit mit dem unvergeßlichen Franz Rosenzweig an der neuen Bibelübersetzung bervorgegangen. Sehr lehrreich ist der Aussatz von Rahel Wischrritzer- B e r n st e i n über die Illustrationen zum Buch Esther, der die verschiedenen Typen der künstlerischen Behandlung dieses Buches scharf herausarbeitet und sie sowohl kunstgeschichtlich rvie religionsgeschichtlich zu beleuchten weiß. Auch unter den übrigen Arbeiter: des besonders reichhaltigen Heftes sind manche für einen weiterer: Kreis lesbar geschrieben; so I. Heinemanns Nachweis, daß die alexandrinischen Juden im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen irr Palästina eine besondere Profangerichtsbarkeit nicht besaßen, und Das richtige Radio-Gerät für Sie - und viele interessante Angaben in dem soeben erschienenen Ehrenfeld-Radio-Katalog Nr. 6-1931 40 Seiten, 305 Abbildungen, 1154 Artikel; mit Radioberatung : „Was man vor Kauf einer Radio-Anlage wissen muß“ IE i n unentbehrlicher Ratgeber für jeden Funkfreund! - Kostenlose Zusendung oder im G e s c h ä f s I o k a I F. EHRENFELD FRANKFURT A.M., zell 104 MAINZ, Alte UniversitätsstraBe 21 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.