Mannheim
Compact Memory

Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-11-01 · 11 (11.1930) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
11 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9582242-9623187-9620811--0654-9620824
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Wahl zum Fürsten von Bulgarien bewegen wollte, mit nach Bulgarien zu gehen. In seinem militärischen Führungszeugnis wurde er sowohl dienstlich als auch moralisch als „Muster" bezeichnet. — Am Grabe dankte noch in formvollendeter Rede Herr I. Oppenheimer, Mainz (früher Gau Bickelheim) dem Dahingeschredenen namens der Kehilloh für die unschätzbaren Dienste, die er,für die Gemeinde geleistet hat. Sein Heimgang bedeutet für das jüdische Leben in der Gemeinde Wallertheim einen unersetzlichen Verlust. rD2t:n Nachruf. Der Israelitische Krankenpflege-Verein der Frauen und Mädchen, mit ihm seine Mitglieder haben einen schmerzlichen, unersetzlichen Verlust zu beklagen durch den Heimgang ihres Vorstandsmitgliedes, Frau Leo Koch. Die Dahingeschiedene bekleidete mehrere Jahre, als Nachfolgerin von Frau Abraham Josef Koch, das Amt der Krankenvorsteherin. Sie stellte ihre reichen Geistesgaben, gepaart mit Feingefühl und Takt in den Dienst echter Nächstenliebe. Ihr Wirken war getragen voii dem Geiste wahren Gemeinschaftsgefühls, so daß die Zusammenarbeit mit ihr stets ein Aiisporn zu ersprießlicher Arbeit für andere und mit arideren wurde. Ihr Tod beendete ein Leben sorgenden Mitgefühls für ihre Schützlinge und eifrigen Strebens für die gedeihliche Entwicklung des Vereins. Ihr Leben sollte vorbildlich die heutige Generation nachschaffend beeiirflussen. Ein ehrendes Gedenken wird ihr in der Geschichte des Vereins bewahrt werden. Mainz, den 21. Oktober 1930. Israel. Srflnft«pfItflc=Sertin SecFraiieii md _~T. Vereine und Verbände. Tie Zentralwolstsahrtsstelte der Deutschen Juden und die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums veranstalten für Sozialarbeiter, Rabbiner, Lehrer und in der Ausbildung zu diesen Berufen Stehende im Winter 1930/31 einen zweiten Lehrgang für jüdisch-soziale Ausbildung und Fortbildung, wobei nachfolgende Themen behandelt werden: Jüdische Religionsgemeiiischaft und Wohlfahrtspflege (Rabb. Dr. Wiener und Rabb. Dr. Prinz), Einführung in die jüdische Wohlfahrtspflege uiid jüdische Sozialpolitik lDr. Ollendorff und Dr. Kreutzberger), Gesundheitsfürsorge für die jüdische Jugend (Dr. Stahl), Arbeitsgemeinschaft für jüdische Erziehungsfragen (Dr. Hans Lubinski und Frau Oberin Berger), Soziologische und sozialpsychologische Grundlagen der Wohlfahrtspflege (Frau S. Wronskh), Einführung m die allgemeine Sozialarbeit (Dr. Ollendorff und Dr. Kreutzberger). Dauer des Lehrgangs: 10. November bis Mitte März 1931. Ort: Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N 24, Artilleriestr. 14. Anmeldungen, Auskünfte, Lehrpläne bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Telephon: Bismarck 1063—1065. Ter Allgemeine Rabbiner-Verband in Deutschland erläßt nachfolgenden Aufruf: „Die jüngsten politischen Geschehnisse machen mehr als je den inneren Frieden im deutschen Judentum notwendig. Die schwere wirtschaftliche Notlage verbietet es zudem, Mittel für Wahlkämpfe zu verausgaben, anstatt zu neuem Aufbau. Daher richten wir an alle Juden in Deutschland die dringliche Aufforderung, bei den bevorstehenden Wahlen zu den Landesverbänden und den Gemeindevertretungen Wahlkämpfe zu vermeiden, Zwiespalt nicht zu verschärfen und nach Möglichkeit den Kampf durch einen Wahlkompromiß auszuschalten." Am 18. September fand unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der Deutschen Juden statt, in der die Ereignisse in Rumänien im Sommer dieses Jahres, die Schritte, die vom Hilssverein, der Alliance Jsraelite Universelle und dem Joint Foreign Commitee unternommen wurden, und die weitere Arbeit im Interesse der rumänischen Juden besprochen wurden. Der geschäftsführende Ausschuß beschloß, das rumänische Kulturwerk fortzusetzen und bewilligte einen größeren Betrag für das Schuljahr 1930-31, der einer Reihe von Anstalten, hauptsächlich für fachgewerbliche Ausbildung, zukommen soll. Von besonderer Wichtigkeit erscheint die Mitwirkung des Hilfsvereins bei der Einrichtung einer zentraten Berufsberatungsstelle in Bukarest, die für die berufliche Umschichtung der rumänischen Juden angesichts der trostlosen wirtschaftlichen Verhältnisse Rumäniens von großer Bedeutung zu werden verspricht. —■ Der Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer berichtete über Besprechungen, die er vor kurzem in Genf wegen der Lage der rumänischen Juden hatte, ferner über die Tagung der Permanenten Internationalen Konferenz für Wandererschutz, die am 11. und 12. September in Genf stattgesunden hat. Der Hilfsverein setzte sich mit anderen jüdischen Organisationen für die Reorganisation und Konsolidierung der Konferenz ein, die in Anbetracht der schwierigen Migrationsprobleme der Gegenwart von größter Wichtigkeit für die Arbeit privater Organisationen für Wandererschutz ist. Dr. Wischnitzer nahm auch die Gelegenheit wahr, das Internationale Arbeitsamt über die derzeitige Arbeit des Hilfsvereins zu informieren. — Dem Hilfsausschuß für jüdrsche Durchwanderer in Köln wurde, wie im Vorjahre, angesichts des großen jüdischen Durchwandererverkehrs durch Köln eine ansehnliche Subvention bewilligt. — Trotz der wirtschaftlichen Depression stellten sich zahlreiche Persönlichkeiten für den Ausbau der Organisation des Hilfsvereins in Berlin und im Reiche zur Verfügung. Die Kundgebung für das Werk des Hilfsvereins am 7. April 1930 fand ein starkes Echo überall im Reiche und hat die Hilfsbereitschaft der deutschen Juden für ihre Glaubensgenossen noch mehr geweckt. Ter Geschästsführende Ausschuß besprach Maßnahmen zur intensiveren Ausgestaltung der Propagandaarbeit. Am 21. September 1930 fand die Generalversammlung der gemeinnützigen jüdischen Eheanbahnungsstette „EA", Frankfurt a. M. statt, in welcher der Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattet wurde. Bis zum 31. Dezember 1929 gingen 250 Anmeldungen von Männern und 736 von Frauen ein. Die Anmeldungen erfolgten aus allen Teilen Deutschlands, zum Teil auch aus dem Auslande. Die verschiedensten Berufe und die verschiedensten wirtschaftlichen und sozialen und alle religlösen Richtungen sind unter den Anmeldungen zu finden. Bis zum 31. Dezember 1929 wurden 128 Anbahnungen in die Wege geleitet, deren Zahl stieg bis zum September 1930 auf 329. War eine Anbahnung erfolglos, so wurden sofort, wenn geeignete Bewerber und Bewerberinnen vorhanden waren, weitere Vorschläge in die Wege geleitet. Die Arbeit der EA ist mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft, die einerseits auf die spezifische Einstellung der Juden zur Ehe, andererseits auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Zeit zurückzuführen sind. Daß die Zahl der Anmeldungen der Männer viel geringer ist wie die der Frauen, beruht zum Teil auf den Kriegsverlusten. Die Männer wünschen vielfach eine Einheirat. Letztere sind aber heute iiur in ganz geringem Maße geboteii. Außerordentlich erschwert wird die Arbeit der EA dadurch, daß sie so wenig Unterstützung bei den Bewerbern uiid Bewerberinnen findet, die vielfach die Termine nicht einhalten uiid die Briefe trotz wiederholter Mahnung iiicht beantworteii. So wird der EA nicht einmal Mitteilung davon gemacht, weiiii Verlobungen durch sie zustaiide gekouiinen sind, so daß sie nicht darüber genau informiert ist, wieviel Anbahnungen erfolgreich gewesen sind. Jnl Frühjahr dieses Jahres wurde eine hauptberuflich tätige Geschäftsführerin angestellt, der mündliche Verkehr mit den Bewerbern und Bewerberinnen und ihren Angehörigen eingeführt und der Austausch von Lichtbildern vermittelt. Die Arbeit des Vereins bedarf, soll sie erfolgreich sein, der weitgehendsten Unterstützung seitens der Glaubensgenossen, wenn allerorts Freunde, Helfer und Helferinnen sich der EA zur Verfügung stellen und ihr ihre Unterstützung Zusagen. Diese soll unter anderem darin bestehen, daß geeignete Bewerber und Bewerberinnen der EA zugewiesen und erforderlichenfalls auch Auskünfte gegeben werden. In den Vorstand wurden Frau Darmstädter und Herr Rabbiner Dr. Sglzberger, Frankfurt a. M., in den Beirat Frau Rosenblatt, Frankfurt a. M. und Herr Dr. Köbner, Ludwigshafen, neu gewählt. Zuschriften sind an die EA Frankfurt a. M., Eschersheimerlandstr. 29, zu richten. L 1 HPC Central-Drogerie Caemmerer & Specht Bingen a. Rh., am Markt moderne, gutgeleitete Fach-Drogerie mit Photo-Abtlg. 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.