Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 5 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Benjamin of Tudela 1× ep/1003751
- Bingen am Rhein 1× ep/1047843
- Emile Berliner 1× ep/1004369
- Franz Rosenzweig 1× ep/1004530
- Georg Brandes 1× ep/1024832
- Hans Kohn 1× ep/1000025
- Henri Bergson 1× ep/1004857
- Hermann Cohen 1× ep/1004894
- Hugo Bettauer 1× ep/1024797
- Jakob Klatzkin 1× ep/1011037
- Marc Chagall 1× ep/1000027
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Max Brod 1× ep/1024844
- Salomon Buber 1× ep/1000030
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Adam Kadel, Darmstadt Pallaswiesenstrasse 45/47 Fernruf 3063 Baumaterialien Wand-u. Boden plattenbeläge Der erste allweltliche Sabbatkongreß des Welttierbandes Tchomre Schabbos, der vom Zentralkomitee für den Monat Juni festgesetzt war, ist auf dringenden Wunsch der amerikanischen Freunde und Anhänger der Bewegung auf den 24., 25. und 26. Aug. d. I. verlegt worden. Tagungsort des Kongresses bleibt Berlin. Dem Zentralverband des Weltverbandes ist bereits die Zusage zur Teilnahme am Kongreß und die Angabe des Datums der Abreise der amerikanischen Delegation von seiten des Vorsitzenden der amerikanischen Landesorganisation zugegaugen. Die amerikanischen Delegierten werden sich bereits im Juli nach Europa einschiffcn. Weitere Zusagen von Delegationen liegen bereits vor aus England, Ungarn, der Schweiz, Holland und Polen. (Aus dem Nachrichtenblatt des Weltverbandes für Sabbatschutz.) Encyclopaedia Judaiea. Das Judentum in Geschichte und Gegenwart. Band IV. Bon Beer—Bing bis Eagliari; Band V. Bon Eahan bis Draguignan. Verlag Eschkol A.-G., Berlin. Die Reihe der bis jetzt erschienenen Bände des Enzyklopädie- Werkes ist schon aus fünf angewachsen und nimmt so auch schon rein äußerlich einen breiten Raum in unserer Bibliothek eim Breiter noch ist der Raum im Umkreis unseres^Wissens und Strebens. Denn Mse dickleibigen inhaltgefüllten Bände bedeuten eine große Bereicherung unseres jüdischen Seins. Auch in den beiden neuesten Folianten ist wieder ein schillernder und bunter Reichtum von jüdischem Wissen vor uns ausgebreitet. Wir lesen von Seite zu Seite — notgedrungen manches überschlagend — mit wachsendem Interesse und wachsender Spannung, immer gewärtig, an der nächsten Wegesecke eine neue Ueberraschung zu erleben und eine neue Entdeckung zu machen. Wenn manchmal unsere Begeisterung durch einen sachlichen Widerspruch gedämpft' wird, so tut das dem Ganzen keinen Eintrag. In diesem „anmerkenden" Sinne mögen denn auch die in den folgenden Anzeigen eingestreuten kritischen Bemerkungen aufgefaßt werden. Beginnen wir diesmal bei der Fortsetzung unserer Besprechung von Einzelheiten mit den Personen, die in den zwei Bänden Vorkommen. Der Mathematiker und Philosoph Lazarus Beudavid, der um 1800 die Kantsche Philosophie populär machte, steht neben Benjamin von Tudela, dem Weltreisenden des 12. Jahrhunderts. Auf Hugo Bergmann, den Direktor der hebräischen Nationalbibliothek und der Universitätsbibliothek in Jerusalem, folgt Elisabeth Bergner, die erfolgreiche Schauspielerin. Auf Henri Bergson, den auch für die moderne deutsche Philosophie so einflußreichen französischen Philosophen, folgt Hugo Bettauer, der (wohl zu ausführlich gewürdigte) Wiener Schriftsteller. Neben Bialik, dem bedeutendsten hebräischen Dichter und Schriftsteller der Gegenwart, ist Bin Gorion (Berdyczewski), der Schöpfer der „Sagen der Juden" und des „Born Judas", der fabulierenden Auslegung und der Fabel, mit Recht ausführlich behandelt. Der dänische Schriftsteller und Philosoph Georg Brandes und das aus seinen Grundelementen (Judentum und Liebe) ausgebaute Werk von Max Brod steht als Gegenwart neben der geschichtlichen Figur eines 'Wolfs Breidenbach, dem Hof- und Kammeragenten, aus oessen Betreiben auch in Hessen-Darmstadt (1805) der Leibzoll ausgehoben wurde. Martin Buber ist von Hans Kohn nach der philosophischen und biographischen Seite gewürdigt. Ueberraschend wirkt neben ihm sein Großvater Salomon Buber, dessen bekannte bedeutende Midraschsorschungen und Editionen hier aufgezählt werden, von dem wir aber auch erfahren, daß er Direktor mehrerer Banken und Vorsitzender der Lemberger Handelskammer war. Die Kunsthändler und Verleger Bruno und Paul Cassierer reihen sich neben den in Paris lebenden modernen Maler Marc Chagall. Ausführlicher als der Philosoph Ernst Cassierer ist Hermann Cohen behandelt, letzterer vom Haupt- und Chefredakteur der Enzyklopädie, Jakob Klatzkin, der in tiefgründiger Analyse Cohens Philosophie und besonders die Religionsphilosophie und deren Entwicklung und Wandlung darstellt. Erwähnt mag noch werden der mittelalterliche Talmudgelehrte David ben Kalonymos ben Meir aus Münzenberg, der unter 110 Personen namens David ausgesührt ist. Wenn wir noch Emil Berliner, den Erfinder des Mikrophons und Grammophons, und den französischen Automobtl- Fabrikanten Citroen, ferner die Namen Bismarck, Börne und Disraeli erwähnt haben, so haben wir auch diesmal wieder eine Vorstellung von den Ausmaßen gegeben, mit denen die Enzyklopädie arbeitet. Fäst könnte man unmutig werden angesichts einer solchen Fülle von Namen und Personen, und manchmal ist man versucht, zu wünschen, es möchten einige ausgelassen werden, die wirklich keine andere Beziehung zum Judentum haben, als daß sie als Juden geboren sind, und deren sonstige (wissenschaftliche oderkünstlerische) Bedeutung vielleicht noch gar nicht überblickt werden kann. Von den Artikeln aus dem Gebiete der Geschichte und Soziologie (im weitesten Sinne) mögen erwähnt werden: der Beilisprozeß, der uns in das Gebiet des russischen Vorkriegsantisemitismus einführt; das so berühmt gewordene hebräische Theater, die Habima; die jüdische Loge Bne Britz; ein Kapitel Buchschmuck (mit reichen Bildbeigaben); die Chuppa, die nicht nur im engeren Sinne, sondern auch mit allen bekannten Trauungsgebräuchen behandelt ist; eine Berussstatistik der Juden der ganzen Welt; eine knappe, aber gute Darstellung des Eentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, seiner Geschichte und seiner geistigen Grundlagen; eine ausführliche Würdigung des Chassidismus und des Christentums. Schon durch seinen Umfang gewichtig ist der Artikel B i b e l. Bildet er doch mit seinen 270 Spalten fast den vierten Teil des vierten Bandes. Er ist in 14 Abschnitte eingeteilt, die u. a. Bibeltext, -Handschriften, -Übersetzung und -kommentare, Bibel in der Liturgie, der Literatur und Wissenschaft, biblische Motive in Kunst, Literatur und Musik behandeln. Es kommt mir rächt zu, hier eine ausführliche Würdigung dieses wichtigen Artikels vorzunehmen. Doch kann ich mich auf den für dieses Gebiet gewiß zuständigen Franz Rosenzweig berufen, der als kostbare letzte Veröffentlichung den tiefgründigen Abschnitt „Die weltgeschichtliche Bedeutung der Bibel" zu dem Gesamtartikel beigesteuert hat. Er hat auch im „Morgen" (Dezember 1929) den Artikel ausführlich besprochen, und man erweist nicht nur dem großen Besprecher des Artikels, sondern auch dem großen Artikel selbst die beste Ehrung, wenn man aus jene ausgezeichnete Besprechung des Bibel-Artikels verweist. Als letzter Stoffkreis aus der Fülle des Gesamtstofss mögen Landschaft, Länder und Städte erwähnt werden. Chikago ist abgehandelt mit seinen 325 000 Juden, die 10 Prozent der Gesamtbevölkerung dieser Stadt ausmachen. Neben dem Artikel Breslau Josef Bork Bingen/Rhein Fernsprecher 2105 Hoch-, Tief- und Eisenbetonbau, Kunstwerksteine Ausführung sämtlicher Maurerarbeiten Lieferung und Ausführung aller Plattenarbeiten durch Spezialarbeiter Lager und Verkauf von Baumaterialien 9