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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 315

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 315 (sequence 155)
Language
German
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315 du erweisest dadurch auch mir deine Ehrfurcht, mir, dem Ewigen, deinem Gotte." Ja, ״das greise Haupt ist eine leuchtende, weithin strahlende Krone" und diese Krone ist um so werthvoller, je seltener sie das Haupt des Erdensohnes ziert. ״ ימי שנותינו בהם שבעים שנהUnsere Lebensjahre — ihrer sind gemeiniglich kaum siebzig." Und wie viele erreichen denn auch nur dieses Alter? Die Jahre, welche dieses beglückte Ehepaar in Frieden und Eintracht verlebt, wiegen ja fast schon die den Menschen hienieden gegönnte Lebenszeit auf. Wie Viele können sich denn des gleichen Glückes rühmen? Wie Viele sind während dieser Zeit schon den Weg alles Fleisches gewandelt, wie Viele, die nach menschlichen Begriffen berechtigt waren, jetzt erst den wahren Freudenantheil zu nehmen am Leben auf Erden, wie Viele, die in der Blüthe ihrer Jahre, in der Vollkraft körperlicher Rüstigkeit vom unerbittlichen Tode dahingerafft wurden? לול הלך ולזר בא והארץ ״ לעולם עמדתGeschlecht sahen sie kommen, die vor uns mit der strahlenden Krone des Greisenalters Gezirten, Geschlecht vergehen und nur die Erde blieb dieser ganzen, vor ihren Augen entschwundenen Welt übrig," die Erde, welche in ihrem dunklen Schooße den Hingeschiedenen die letzt«, kühle Nahestätte geboten. Ja hier läßt sich mit dem Dichterkönig sagen: ״ יבל מצלך אלף ורבבה מימינך אליך לא ינשEuch zur Seite sind Tausende gefallen und Myriaden zu eurer Rechten — euch selbst ist das Verderben nicht genaht." Zurückblicken zu dürfen auf einen Zeitraum von 60 Jahren einer glücklich abgelaufenen Ehe, wißt ihr auch, verehrtes Jubelpaar, welchen Schatz göttlicher Gnadenfülle dieses erhebende Bewußtsein in sich schließt? Sucht sie doch auf, eure Genossen, die mit euch etwa zu gleicher Zeit den Bund ehelicher Liebe und Treue geschlossen. Schwerlich dürftet ihr heute noch ihre Spuren finden. Sie, die sich vertrauensselig zu einigen Bunde die liebende Hand gereicht — von ihnen beweint hier der treue Gatte lange schon seine unvergeßliche Lebeusgesährtin und dort fristet die gebeugte Wittwe in ewiger Traner ihr freudloses Dasein und wenn ihr sorgsam Umschau haltet, ach da kündet

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