Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9616701-9619793-9619958--1401-9620095- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
297 M. g. Z.! Vor nahezu einem Jahrhundert saß auf dem österreichischen Throne der edelste Fürst seiner Zeit, der große Kaiser Josef, und als er einst nach unserer Stadt, in der damals eine verheerende Pest wüthete, kam, sprach er das historisch merkwürdig gewordene Wort aus: ״Auch diese (die Israeliten) sind meine Kinder", und was der edle Herrscher so innig fühlte, hat sein späterer Enkel, unser gnädiger Herr und Kaiser, glorreich vollzogen, auch die, auch die Israeliten, sind seine Kinder, die väterliche Fürsorge des Kaisers erstreckt sich auch auf uns, das gedenken wir am heutigen, festlichen Tage, das hat bereits die Geschichte mit goldenem Griffel als Großthat des Kaisers Franz Josef I. verzeichnet. Angesichts solcher Negierungsthaten sind es חסד ואמת ״Liebe und Treue," zwei inhaltsschwere Worte, welche sich jetzt aus unserem Herzen auf die Lippen drängen, Liebe und Treue sind das Band, welches die Völker Oesterreichs mit ihrem Kaiser verbinden, Liebe und Treue sind die Grundpfeiler seines Thrones, und im Gefühle dieser Liebe und Treue beten wir stets, und wollen besonders am heutigen Jobeltage beten: ימים על ימי מלך תוסיף שנותיו כמו דור ודור ״O Gott! Noch viele, viele Jahre füge hinzu zu bem heutigen Jubeltage unseres Königs, seine Jahre seien wie für ewige Geschlechter, ישב עולם לפני אלד,ים חשד ואמת מן ינצרהו möge er vor dir o Gott im Sonnenglanze der Freiheit ewiglich thronen, mögen Liebe und Treue immerdar die Stützen seines Thrones fern." Amen. Gebet. Ewiger, allgütiger Gott! Es haben sich deine Söhne in diesem deinem Lobe und Preise geheiligten Hause versammelt, um die heißesten Gebete zu deinem himmlischen Throne emporsteigen zu lassen für deinen Erkornen, deinen Gesalbten, den du aus Millionen zum Herrscher über Millionen ausersehen hast. Laß o Gott diese Gebete, welche aus der Tiefe des Herzens kommen, in welches nur du allein zu blicken vermagst, nicht unerhört, gib in deiner Gnade, daß der Thron unseres Kaisers vor dir strahle in Glanz, Ruhm und Herr-