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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 272

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 272 (sequence 112)
Language
German
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272 bringen. Doch wie? etwa thaten- und wirkungslos, theilnahmslos an den Bestrebungen der Zeit und an alledem, was sie fordert und erheischt sollte Israel leben? Das dürfte kaum der Sinn dieser Worte sein, das dürfte wohl kaum von einem Volke gesagt werden, das eine Mission wie Israel zu erfüllen hatte. ״Einsam wird es wohnen." Es wird nicht geizen nach Weltruhnl, nach den Huldigungen und Lobpreisungen der Menge, sondern sich bescheiden mit einem geringen Ruhme^ mit einem kleineren Antheile. Wie wenig ihm auch die Welt bot, wie sehr es auch geschmäht und verkannt wurde, das hinderte Israel nicht, rüstig fortzubauen an dem Wellenbau,, den der Gedanke an den einig-einzigen Gott einst errichten und krönen wird. ״ מי מנה עפר יעקבWer zählt den Staub Joakobs," wer zählt die vielen Erniedrigungen bis in den Staub, die Israel seines Glaubens wegen erfahren? Unsere Alten bemerken: אתם מקיימין את המצות בעפר אף אני ״ מקיים התנערי מעפר קומי שבי ירושליםDieweil ihr die Gebote zur Zeit als ihr dem Staube glichet, erfüllt habet, so werde auch ich an euch erfüllen die Worte: Schüttele all den Staub, stehe auf du Gefangene Jerusalems!" Ja, m. A., es ist dies wohl euch schon oft genug gesagt worden, ihr leset ja so oft die Schilderungen des Lebensderer, die um einige Jahrhunderte euch vorangegangen, aber es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, wie ein Volk es verstanden hat, glücklich und zufrieden in der Einsamkeit zu leben. Mit welch stolzer Verachtung der Welt, die es umgab es, es eine Welt sich aufgebaut hat, die getragen war von den Stützen der Religion, von den Säulen, die das Gottesbewußtsein ihm dazu aufgerichtet. Es ist wahr^ es steht eine solche Erscheinung einzig da in der Geschichtet Nennet mir doch noch ein Volk, das das Gute nur um seiner selbst willen, ohne irgend welche äußere Veranlassung gethan hätte? Das Wohlthun, das Fördern edler Zwecke war diesem Volke so angeboren, so selbstverständlich, daß es nicht des Mittlers bedurfte, der es dazu hätte aufmuntern und anregen

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