Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 100)
- Language
- German
- Belongs to
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260 kämpfender Ahnherr Jakob aufgewirbelt hat." Unsere Weisen wollen damit sagen, der Gotteskamps den das Judenthum mit dem finsteren Geist Esau's so lange mit Ausdauer geführt hat, bis das Morgenrot!) der Religions- und Gewissensfreiheit angebrochen ist, hat dessen bleibenden Werth für die Menschheit sichergestellt; hat bewirkt, daß das Judenthum, ungeachtet seines Alters, durch die jugendliche Frische des Geistes, die es durchweht, verjüngt dasteht, da es allseitige Freiheit als das höchste erftrebenswerthe Gut hinstellte. Verstand es aber unter Freiheit Ungebundenheit und Zügellosigkeit? (Git. I3d.) :״ עבדא בהפקר׳ ניחא?*ידNur Sclavenseelen und niedrige Naturen sehen ihre Freiheit in dem schrankenlosen Sichstürzen in das tobende Meer der Leidenschaft." Ganz anders dachte darüber Israel. Freiheit war ihm die freiwillige Selbstbeschränkung im Dienste einer höheren Idee, das Aufgehen in seiner von Gott erhaltenen weltgeschichtlichen Sendung, beharrlich und ausdauernd den Völkern mit der Idee von Gott, Gottesverehrungu.Menschenliebevoranzugehen. Den Grundsatz אין לך בץ חוריו אלא מי שעוסק בתורה ״Wahre Freiheit kann nur im Dienste der Thora erreicht werden" durch verständnißinniges Forschen in derselben und Leben nach derselben, hat Israel seit seinem ersten Auftreten in der Wüste bis auf den heutigen Tag unveräußerlich festgehalten. Dieses vorausgeschickt, wollen wir, m. A., anknüpsen an den Vers unseres Wochenabschnittes, der das Leben Israel in seinem Wüstenlager regelt:איש על דגלו באתת לבית אבתם יחנו בני ״ ישראל מנגר סביב לאהל מועד יחנו♦Jeder bei seiner Fahne, bei den Zeichen ihres Stammhauses sollen lagern die Kinder Israel; von fern rings um die Stiftshütte sollen sie lagern." Aus demselben wollen wir einige religiöse und sittliche Momente gewinnen für das Verhalten des Einzelneu und der israelitischen Gesammtheit in der Gegenwart. Denn die Vergangenheit des jüdischen Volkes steht auf demselben religiösen Boden wie seine Gegenwart. Die Blüthen ^er Gegenwart sind hervorgegangeu aus den Saaten der Vergangenheit, deren reife Frucht erst die Zu-׳