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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 235

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 235 (sequence 75)
Language
German
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235 ״ אבר י״י צבאותNicht durch Heeres IN acht undnicht durch irdische Kraft, sonderndurch meinen Gei st" — spricht der Herr Zebaoth." Und dieser Gedanke ist es, der am heutigen Sabbath zum dreifachen Ausdrucke kommt: 1) in der Sidra oder in der Geschichte Josephs, 2) in der Haphtara oder in der nachexilischen Geschichte Israels und 3) in der Bedeutung und Feier unseres Chan ukafe st es, aus dessen Hellem Lichtesschimmer uns ebenfalls die goldenen Worte entgegenstrahlen: ״Nicht durch Heeresmacht und nicht ^durch irdische Kraft, sondern durch meinen Geist!" So laßt uns denn dieses herrliche Prophetenwort in seiner dreifachen Ausstrahlung zu verstehen suchen, von seiner Wahrheit uns durchdringen und erbauen! Amen. I. Werfen wir zunächst einen Blick auf die heute verlesene Sidra. Was führte sie uns vor? Ein Familiengemäld»׳, doch kein heiteres, freundliches, sondern ein etwas düsteres, wir sehen mehr Schatten, als Licht. Im Vordergrund einen Jüngling, harmlos, freundlich und zutraulich, mit reinen: Sinn, etwas traumhaft-schwärmerischen Blick, in noch kindlicher Weise (והוא נער) die innersten Gedanken mittl eilend, ohne Falsch in: Herzen, der Menschen Verstellungskunst und Bosheit nicht kennend, — Joseph, des Vaters Liebling, aber gerade deshalb seinen Brüdern ein Dorn in den Augen. Da stehen sie im Hintergründe, dunkle Gestalten, ihr Antlitz von der häßlichsten der Leidenschaften, vom Neid, entstellt, im Innern schwarze Pläne brütend, wie sie diesen väterlichen Liebling aus dem Hause, aus dem Wege räumen. Von den Krallen dieser Leideuschast gepackt, schrecken sie vor dem scheußlichsten Mittel nicht zurück, doch frühzeitig genug vernehmen sie die warnende Bruderstimme: ידנו אל תהי בו כי אחינו בשרנו הואי ״ וישמעו אחיוUnsere Hand sei nicht an ihm, denn er ist unser Bruder, unser Fleisch — und die Brüder hörten darauf." (Cap. 37, 27.)

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