Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 2 (1878) · p. Seite 136

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
2 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 136 (sequence 56)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9616701-9619793-9619877--1239-9619933
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

tesbuch vollziehen des Gesetzes Weihe: והר סיגי עשן כלו מפני ״ אשר ירד עליו ה' באשGanz rauchte der Sinai, weil herniedergestiegen auf ihn der Ewige im F e u e r." Wie das Feuer läutert und sondert das Erz von den Schlacken, so wird gesäubert von der Begierden und niedrigen Triebe Befleckung das Herz, in welchem glühet und lodert die Flamme der Gotteslehre. Und wie der Mensch erst, nachdem er des Feuers Benutzung erkundet, sich schied von den Thieren, wie er erst durch Feuer gelenkt wird in die Bahn aufsteigenden Fortschritts — so hat auch das gestaltend wirkende Feuer des Gesetzes den Menschen befähigt zur wahren Geistescultur. ״ הלא כה דברי כאש נאב ה׳So ist mein Wort und sein Wirken, spricht der Herr, wie das Feuer!״ Nichts Unreines nahet dem Feuer — es wird vernichtet von seiner Gluth! Nichts Unreines nahet der Lehre — es wird vernichtet von ihren Flammen! Aber auch gleich dem Wasser und dem Feuer, m. Th., müssen die Bekenner der Lehre sein. Wie das Wasser in seinen Theilen leicht verschiebbar ist, wie es nachgiebt jeder Einwirkung — wie es trotzdem zäh und beharrlich, alle Gegenwirkung überwindend fortzusetzen strebt seinen Lauf, so muß offen stehen jeder Einwirkung der Lehre und leicht von ihr sich leiten lassen das Herz und der Sinn derer, die an ihr halten — so nachgiebig gegen Belehrung, so leicht zugänglich der Milde und der Nächstenliebe und dabei so hartnäckig gegen Verführung und Verlockung, gegen Gewalt und Unrecht sollen sie sein. — Wie das Feuer nur Nahrung sindet, wenn es Stoffe erfaßt, die es bewältigen kann, so vermag auch die Gotteslehre nur sich zu verbreiten, wenn sie Menschen findet — Menschen weichen Herzens und reinen Gemüthes. Diese aber erfaßt und durchdringt, durchglüht und veredelt sie. Nicht Rang, nicht Stand, nicht Abstammung und Herkunft beachtet sie — Gott sieht auf's Herz allein — er und sein Wort weilen da, wo eine reine Stätte ihnen bereitet ist. Nicht erkaufen lässet sie sich, nicht für Lohn giebt sie sich hin. Wer in Tugend nach ihr strebt, dessen eigen wird sie. ״ מה אש ומים חנם לעולם אף התורה חנם לעולבWie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.