Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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126 und Triebe, die Pflanzen und Thierchen, alle die Wesen, die die Wintergefangenschaft durchgemacht, die den Lebenskern und die Lebenskraft und die Lebenswärme bewahrt mitten unter Sturm und Frost, die nun die Fesseln gesprengt und voller Kraft und voller Leben, jedes in seiner Eigenthümlichkeit, sich hinausleben zu blüthen- und fruchtreicher Vollendung, fraget sie, was sie erhalten und was sie gepflegt hat und was sie jetzt mit belebender Macht dem neuen lebensvollen Ziele entgegenführt? Einstimmig predigen sie: ״Vertrauensvolle Hingebung an die Führung des einig einzigen Gott und die treue Befolgung seiner Gesetze; das hat sie erhalten, das macht sie Alle klein und groß, zu den ״kraftgerüfteten Boten seines Willens" ׳גבורי כה עושי דיברו die frei und froh die Bahn ihrer blüthenreichen Vollendung durchlaufen, das macht sie zu Vorbildern für uns willensbewußte Menschen. Denn das Gesetz, das unsichtbar in ihnen Allen wirkt und für sie Alle sorgt, das ist für uns Wort geworden, das hat sein Meister für uns ausgesprochen, auch daß wir frei und bewußtvoll uns durch das Gottesgesetz erfrischen und verjüngen. Wer wie der Lenz da draußen sich verjüngen und neubcleden will, muß wie der Lenz sich Gottes Gesetz hingeben ler• nett; in wessen Brust, in wessen Haus der Frühling tagen soll, der muß in seiner Brust, in seinem Hause die ewig junge Gotteslehre heimisch machen. Wer den Grashalm um sein frisches Leben neidet, muß erst, wie er, das Gesetz Gottes befolgen lernen. Man will den Frühling und erfüllt nicht die Bedingungen des Frühlings, man will das Leben und sucht es auf dem Wege des Todes! Das kleinste Körnchen, da, wir keimen sehen wollen, würden wir nicht nach Willkür säen, nicht nach Zufall pflanzen und nicht nach Laune pflegen, sondern genau die Gesetze über Blühen und Welken bebefragen, und mit ängstlicher Sorgfalt befolgen, — und die Menschenkeime, die Saaten der Menschenhoffnungen dürfte Jeder gesetzlos, planlos, nach Laune und Willkür streuen, und gleichgültig, wie Einer ge'äet, gepflegt und gehegt seiuer Zukunft Saaten, soll ihm gleichwohl dieser Zukunft Blüthe