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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 75 (sequence 77)
Language
German
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75 reste von den Riesen, die noch vor der Sündfluth aus der Erde gewandelt. Denn waren nicht riesenhafte Hindernisse zu überwinden in den alten verjährten Anschauungen und den aus v o r s ü n d f l u t h l i ch e n Zeiten stammenden Traditionen? Hat nicht Partikularismus und Sonderpolitik, Kastengeist und Standesüberhebung sich hinter Bollwerke verschanzt, deren Erstürmung noch viel schwieriger war, als die Besiegung des äußeren Feindes? Was Wunder, daß Monarchen dachten: ״ מי יתיצב לפני בני ענקWer kann da Stand halten vor diesen Söhnen Anaks!" Aber Kaiser Wilhat sich nicht gefürchtet, er hat niuthig und mannhaft den Kampf ausgenommen gegen die mächtigen Niesen und die starken Burgen. War es das Vertrauen auf die eigene Kraft, das ihn zu solchem kühnen Entschlüsse getrieben? War es die Sucht, sich in der Geschichte einen unsterblichen Namen zu machen? Nein, mit Bescheidenheit hat auch unser Monarch gesprochen: ',״ אולי ה' אותי והורשתים כאשר דבר דVielleicht wird der Herr mit mir sein, und ich werde sie erobern, wie der Herr gesprochen." Er wußte, daß er sein großes Werk nicht werde vollführen können, wenn der Herr nicht mit ihm wäre, und auch später nach den großartigsten Erfolgen hat er es oftmals wiederholt, daß diese nicht durch die Gewalt der Waffen, sondern durch die göttliche Gnade errungen worden seien. Aber er war auch von der Ueberzeugung durchdrungen, daß Gott unmöglich das preußische und deutsche Volk könne verkümmern lassen wollen, daß er es vielmehr zu etwas Großem und Hohem bestimmt habe. Und weil ihm sestwurzelte der Glaube an den hohen Beruf seiner Nation, darum hatte er auch die feste Zuversicht, daß Gott mit ihn! sein und die deutschen Stämme führen werde in das gelobte Land seiner Sehnsucht, in das gelobte Land eines einheitlichen neugeordneten Staatswesens. Nun, wir wissen, daß diese Zuversicht sich bewährt, daß diese Hoffnungen auf das Glänzendste sich erfüllt haben. Uns aber, dem Volke, kommt es zu, den Berg, den wir unter der Führung unseres glorreichen Herrschers erstiegen, ihn: auch zum Besitze zu geben.

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