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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 1 (1878) · p. Seite 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
1 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German
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44 der Mnth, welche unerschütterliche Kaltblütigkeit gehörte dazu, um unzähligen und unsäglichen Feindseligkeiten Trotz zu bieten und seinen eigenen Glauben, seine besondere Nationalität in allen Stürmen so lange aufrecht zu erhalten und sich überall auf seinem Platze zu behaupten! Freilich hat darum das oberflächliche, leichtfertige Urtheil der übrigen Welt den stehenden Vorwurf erhoben: ״der Jude ist keck, vermessen, selbstüberschätzend und so weiter, die ganze lange Liste altgewohnter, vielbeliebter Schmähungen hindurch. Doch insolange der Jude seinen energischen Muth, seinen unverfrorenen Sinn zu rechten heilvollen Zwecken verwendet, so lange braucht er sich durch jenen Vorwurf der Unbescheidenheit nicht beirren zu lassen; denn die Bescheidenheit in solchen Dingen ist zumeist die Tochter jämmerlicher Schwäche, zaghafter Unselbstständigkeit. Nur wenn das עזות, der unentwegte, vordringliche Wille im Heerbann der kleinlichen Eitelkeit, der Parteisucht und Engherzigkeit, einherzieht, dann wird die Selbstachtung zur Hoffart, die Kühnheit zur Dreistigkeit, der Unternehmungsgeist zur Anmaßung, die Furchtlosigkeit zur Vermessenheit, der edle Thatendrang zur Aufdringlichkeit — mit einem Worte — die altjüdische Chuzpa zur n e u j ü d i s ch e n. II. Als was entpuppt sich jetzt leider immer mehr Israels alte Nationaltugend! Als das vordringliche, zudringliche, aufdringliche Wesen von heute, das sich ans jede Weise unangenehm zu machen sucht, das den gerechten Unwillen bis zum Widerwillen und sittlichen Ekel steigern kann, als ein Anbiedern, das anwidern muß, als ein Ueberalldabei und Nirgendsdaran, als ein ewiges Obenhinaus und Obenan, als das Wohlgefallen an Saus und Braus, an Flimmer und Flaus, als der Hang nach grellem Aussehen und Ausfallendem in Form und Benehmen, als der unersättliche Heißhunger nach Titeln und Ehrenzeichen, nach Aemtern und Würden, zu denen man anstatt Talent und Fähigkeit — Eiubil-

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