Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 1 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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3 denen Tage auf sein Gesammtleben wohlthätig eingewirkt, und daß es ihre guten Eindrücke bleibend in sich aufgenommen. Durch die Errichtung solcher Steine brachte es das Bewußtsein zum Ausdrucke, daß es der Vergangenheit Herrliche Gaben und Errungenschaften verdanke, daß es durch diese auf der Bahn der menschlichen Entwickelung um ein gutes Stück vorwärts gekommen sei. — Auf uns selbst übertragen, würde diese Vorschrift etwa folgendermaßen lauten: Ueberschreitet nicht, o Israeliten, gleichgültig und empftndungslos die vor euch liegende Grenzlinie, gleitet uicht gleichsam s chlafend von einem Jahre in das andere hinüber. Vielmehr hallet bedächtig und nachdenkend vor der Scheidelinie etwas inne, schauet noch einmal zurück auf den schon durchmessenen Weg, spähet umher, ob sich da nicht noch manches Große und Schöne euren Blicken zeigt. Wenn ihr aber etwas aus der ausgedehnten Masse sich Erhebendes und Hervorragendes erkennt, da holet es euch aus der Ferne herbei, stellet es vor euch hin und pflanzet es vor euch auf hart vor der Grenze des alten und des neuen Lebensabschnittes, vor der Eingangspforte zum neuen Jahre! Auf jenen weiten Geftlden, die unser Fuß bereits durchschritten, — welch' eine Fülle und Mannigfaltigkeit und dabei auch welche Gegensätze und Abstände! Da eine gewaltige, den höchsten Zielen zusteuernde Kraft — hier eine niedrige, an das Gemeine und Verächtliche sich anklamnlernde Natur, dort ein das Ganze, die Gesammtheit der Menschen in Liebe und Aufopferung umspannendes Streben — hier ein kleinliches von selbstsüchtigen Zwecken bestimmtes Treiben, das Große neben dem Kleinen, das Erhabene neben dem Niedrigen, neben dem unverwüstlichen, in Hinimelshöhen ragenden, Felsen das winzige, vom gewöhnlichen Erdenstaube verdeckte Steinchen! Nun, Alles dieses in einem Gedächtnisse zu sammeln, das übersteigt die menschliche Kraft — aber es ist dieses ja auch nicht nöthig, ja überflüssig, vielleicht sogar schädlich. Hier gilt es vielmehr, was des Staubes ist, auch dem Staube zu übergeben, der Vergessenheit zu weihen, was nicht für die Ewigkeit geschaffen. Was