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Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-04-01 · 7-8 (4.1875) · p. Seite 165

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
7-8 (4.1875)
Date
1875-04-01
Page
Seite 165 (sequence 9)
Language
German
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165 ken. Uugemerkt, ungerührt gehen sie hin durchs Leben und sehen nicht, wie eine That, vor Jahrtausenden wunderbar geleitet, sie noch heute berührt, wie sich auch ihnen der Herr offenbart hat in jener Offellbarung und wie sie selber erlöst worden sind in jener Erlösung. Darum, heißt es mit Recht in der Hausordnung für die Festabende: בכל דור ודור חייב אדם לראות את עצמו כאלו ״ הוא יצא ממצריםIn allen Zeiten ist es unsere Pflicht, uns zu betrachten, als seien auch wir aus Mizrajim erlöst," ") ״und daß nicht unsere Väter allein erlöst hat der Heilige, gelobt sei Er, sondern daß er auch uns mit erlöst hat!" III. ולקחתי אתכם לי לעם והייתי לכם לאלחים וידעתם כי וכד ״Und ich werde Euch machen mir zum Volk und werde Euer Gott sein, und Ihr sollt erkennen, daß ich der Ewige, Euer Gott, es bin, der Euch wegführet, hervor unter den Lastarbeiten Mizrajims." Dies große Losungswort, wie es an unsere Väter ergangen, also ergehet es auch an uns! Auch wir sind angenommen vom Herrn zu seinem Volke; auch uns hat er sich verheißen als Gott; auch wir sollen erkennen, daß Er Gott, der Herr, uns erlöst hat. Sein Wort, das er festgestellt für tausend Geschlechter, rufet auch uns. Wir sollen uns erweisen als Diener Gottes, wir sollen uns erweisen als würdig seiner Wahl, wir sollen ihn erkennen als den, der sich uns offenbart! Und was vor Jahrtausenden Gott gesprochen, was er gesprochen einmal, bei einer einzelnen Begebenheit, es gilt noch heut, noch diesen Tag, noch diese Stunde, und so wie es uns mahnt, so wird es unsere spätesten Enkel noch mahnen! Sehet da, meine Freunde, daß der Auszug aus Mizraim, wie ich oben sagte, eine ewige That ist, einzig in ihrem Auftreten, einzig in ihrer Bedeutung, einzig in ihren Folgen und Wirkungen! Sie hat die Freiheit des Geistes, die Erkenntniß Gottes Jisrael gebracht und wirkt also in allen Zeiten, sich ewig erneuend, immer die alte, immer eine neue! So lasset׳ auch uns, meine Geliebten! in unserem religiösen Leben immer die Alten, immer neu sein; immer die Alten, Jisrae- Uten, treu und innig der Lehre der Väter zugethan; immer neu, sie in uns immer frisch erhaltend, sie immer belebend durch erneuete Forschung, erneuete Einsicht; fromm und gläubig wie die Alten, aber den Geist wach und die Augen offen für alles Neue und für ") M. Peßach. X, 5.

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