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Israelitisches Predigt-Magazin · 1874-10-01 · 1 (10.1874) · p. Seite 28

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
1 (1874-1875)
Issue
1 (10.1874)
Date
1874-10-01
Page
Seite 28 (sequence 30)
Language
German
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28 Herz sich Verbitterung auch nur erst einschleichen will, weil Dir gescheitert ist mancher Wunsch, manche Hoffnung an des Lebens gesährlichen Klippeil — h a b e A ch t! Die Sünde lauert an der Thür, sie wird zu Dir sprechen voll Mitteln und Wegen, die Dir die Welt gelleigt, sreilndlich und günstig gestalten sollell, sie verspricht, Dich zufrieden zu machell und bringt Dir nur Unfrieden. Du, der schou mit scheelem Blicke hinsieht aus des Nachbars Haus nnd Heerd, dem bitteres Gefühl bringt des Andern Glück und Wohl — habe Acht! Die Sünde hat bei Dir schon Eingang gefundell. Du Haft Deille Veste nicht gewehrt שובו לבצרון kehre schnell zurück! — Und Du, dem das Glück hold zulächelt, der Du in seinen Hellen Strahlen Dich sonnst — habe Acht, die Süllde lauert vor der Thür, sie flüstert Dir schlneichellld zu von Deillenr Verdienste und klugem Schaffell, von Sicherheit und Unerschütterlichkeit, will Dich pflücken lassen die Frucht am Lebensbauiile, die Dich zum Gotte machen soll והייתם באלהים und bringt Dir Tod; lvill Dich stolz nlacherl und Dich trennen von Deinem Gotte Ulld Deinem Nächsten. Aber endlich Du, der Du;chon gesteigert hast deil gewonilenen Mulh zum schroffen Ueberniuth, stolz herabsiehst auf Deine minder glücklichen Nebenmenschen. Habe Acht! Die Sünde hat bei Dir Eingang gefunden, auch Du hast Deine Veste nicht gewahrt. Darnnl kehre zurück! — Ihr Alle, wollet Ihr Stärke, Wafsell und Rüstullg gegen diesen Feind, Ihr könnet sie Euch heute, lvo er sich nicht heranwagt, am besten erwerben. Erwirb' Dir sie, mein Br., durch reines, heiliges Gebet, erwirb' sie Dir in dem Gedanken, daß voll den Gelübden unb Vorsätzen, die Du heute fassest, daß von der Weihe dieses Tages das Heil Deines ganzen Lebells abhällgen kallll. Denn Haft Du es noch nie erfahren, wie eine ernste und heilige Stunde läuternd, erhebend und belebeild für eill ganzes Leben wirken kann.? Beliutze diese Stunde, diesen Tag. Erwirb Dir hier einen Schatz der Liebe und Frömmigkeit, von dein Du zehren kannst Dein Lebelang- Laß von der Mlerschöpflichen Quelle der Allliebe, an die Du Dich heute wendest, einen Tropfen in Dein Herz fallell, daran sich erquicken und labeu köllnen die Menschen, beiten Du draußen gegenübertrittst. Und laß von bem ewigen Ullicht, zu dein Dll hellte emporblickst, eilten Strahl in Dein Jlllleres hineinlenchten, daß er Dir den Lebellsweg erhelle unb die Finsterniß verscheuche, in der die Sünde schleicht. So wirst Du die zwiefache Versöhnung mit Gott und Menschen erlangen; dann steigt Dein Wort leichtbeschwingt zum Himnlel empor, und so Du russt ״ בלה (אVergieb, o Gnadellvoller,"

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