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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 48 (sequence 54)
Language
German
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48 zu einem Leben der Thal, bamit wir durch lebendige Thaten den Tod besiegen und würdig werden des Namens, deß Du uns gewürdigt, zu sein ״ ב:׳י אי־ וזיKinder des lebendigen Gottes!" Wie es aber Deinem allweisen Rathschlusse gefallen hat, allen geschaffenen Wesen ein Maaß ihres Daseins anzuweisen, so hast Du auch dem Leben des Menschen Ziel und Grenzen bestimmt. Vom Augenblicke seiner Geburt an wandelt er unaufhaltsam dem Tode entgegen, bis daß seine Zeit gekommen, das stille Grab ihn aufnimmt. Darum mahnet uns die Stimme des Todes, daß wir inmitten des Lebens seiner nicht vergessen, daß wir mitten in den Gebeten um Leben auch lebhaft derer eingedenk sind, die die Sichel des Todes vor uns und neben uns niedergemäht hat.— Wohl greift der Schmerz gewaltig ein in unsere Seele, wenn wir derjenigen gedenken, die uns theuer, die unseres Lebens Stütze, unseres Lebens Freude gewesen, und durch den Tod von unserer Seite gerissen worden, aber wir verzweifeln nicht, großer, unerforschlicher Gott, der Du gesprochen ״ בי בענן אראהdaß Du nur in einer Wolke über der Bundeslade erscheinest", daß über Deine Thaten für das blöde Menschenauge stets ein Schleier gehüllt sein soll. Du hast, o Vater, in unserer Seele, die ein Abglanz Deiner Gottheit ist, die unerschütterliche Zuversicht gepflanzt, daß der Tod uns nicht zur Vernichtung, sondern zu einem neuen, höheren Leben führt: und aus den innersten Tiefen unseres Gemüthes tönt uns die über allen Zweifel erhabene Botschaft zu, daß der Tod keine Macht hat an dem göttlichen Teil in uns, der sich zum unvergänglichen Dasein tn Deiner Nähe emporringt, wenn des Leibes Hülle zun! Staube zurückkehrt, aus dem sie geworden, daß der Tod nicht Untergang, sondern Uebergang für uns bedeutet, daß das Leben ein Traum, auf den Tod das Erwachen folgt. In diesem Bewußtsein )vollen wir darum mit Ruhe und Ergebung all' der Lieben und Theueren gedenken, die uns vorangegangen sind in die ewige E>eimat. Möge ihr Andenken uns heute am Versöhnungstage zun! Segen gereichen, auf daß sie aus Deinem Himmelreiche in Freundlichkeit auf uns herabschauen, die Segnungen des Lebens an den Stufen Deines Thrones für uns erbitten, wie wir für ihr ewiges Seelenheil jetzt hier beten! Amen! Jiskor.

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