Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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76 stählen und zu festigen. Tie beseligenden Erinnerungen, geeehrte Braut, die sich heute in Ihrer Seele um so mächtiger erheben, je berechtigter die freudigen Hoffnungen find, die Sie an Ihren Ehrenlag knüpfen, sie sollen den einen Gedanken enger Zusammengehörigkeit mit dem Manne Ihres Herzens, sie sollen alle das eine ungetheilte Gefühl ewiger Liebe, unwandelbarer Treue in Ihnen erhöhen. Wohl muß es Ihnen recht schwer werden hinauszugehen aus Ihrem theuren Eller- Hause, der Slätte Ihrer gesegneten Erziehung, wo eine liebevolle Mutter Sie fühlen, wo ein treuer Vater Sie denken gelehrt, wo eine gute Schwester in Liebe und Treue Ihnen angehaugen, wohl mag es Sie schmerzlich berühren, den trauten Kreis von Freundinnen, den Zeugen Ihrer kindlichen Jugendsreuden, zu verlassen, wohl mögen schwacher Zweifel und zaghaftes Bangen sich an Sie herandrängen, aber das Bewußtseill, daß Ihr fühlend Herz in der Erfüllung all' euer Pflichten, die der heutige Tag Jhneil bringt, Beruhigung und Befriedigung bringen müsse, dieses Bewußtsein muß und wird Sie für Alles entschädigen. Das Frauenherz, diese Sonnenblitine, reiner, heiliger Liebe, es kann nicht umhin, sich unaufhörlich seiner lenchtenden und wärmenden Sonne zuzuwenden, aber es bleibt doch Allen, die ihm lieb und theuer sind, in ungetrübter Reinheit in unveränderlicher Treue zugethan. Wahrlich, geehrte Braut, Sie können zuversichtlich und vertrauensvoll in die Zukunft blicken: denn das Engelpaar, welches das Paradies Ihrer Kindheit und Ihrer ersteit Jugendzeit behütet unb bewacht, Ihre l eben Eltern, werden auch jetzt, da Sie von dannen gehen, n,it jener Liebe, die kein Ort fesselt, Sie in die Ferne begleiten. Aber auch Sie, geehrter Bräutigam, mögen dankerfüllt Ihr Herz zu Gott erheben, denn an Jhiten bewähret sich das alte Wort: הנושא אשה המהוגנת לו אליהו אוהבו ״ והקב״ה נושקוWer eine würdige Lebensgefährtin heimsührt, den umschweben Ettgeln, der hat Gott zu feinem Freund." Die Verdienste des Mannes, sagen die alten unseres Volkes, könne man nach dem Loose, welches Gott bei der Wahl einer Gattin ihm beschieden, mit Bestimmtheit erkennen; denn