Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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neuen Lebensabschnitt, Sie treten in einen neuen Stand, neue Anforderungen, neue Pflichten warten Ihrer, kurz es beginnt für Sie ein neues Leben. Wie der Nenjahrstag ein Tag der E r i n n e r u n g, so ist diese Stunde für Sie eine Stunde heiligster Erinnern n g e n. Tie ganze hinter Ihnen liegende Vergangenheit Ihres Lebens tritt jetzt vor Ihre Erinnerung, die goldene Zeit srohverlebter Kindheit und Jugend, da die erwärmenden Sonnenstrahlen der Elternliebe Sie nocf; beschienen, Sie gedenken dann, geschätzter Bräutigam, der Zeit, da Sie frühzeitig das Elternhaus verlassen nmßten, mit tu der Fremde oft unter widerstrebenden Verhältnissen durch Thätigkeit ttnd Ausdauer sich Selbstständigkeit zu erringen und unter Gottes Beistand eine Stellung zu gewinnen, die Sie mit Ehren attsfüllen. Und während Sie, werthe Braut, in dieser Stunde dem Herrn sicherlich für das besondere Glück danken, daß er Ihnen die hochbetagten Eltern in Rüstigkeit und Kraft erhalten hat, ttnd daran das ittbrünstige Gebet knüpfen: ״mögen sie noch fürder blühen im hohen Alter, frisch und markig bleiben!" <Ps. N2, 15,) — weihen Sie, gesch. Brtg., dettt Andenken der Frichverstorbenen eine heiße Wehmnthszühre der Erimtertutg, — und so fühlen Sie Beide mit einem Reale sich von fetter tieferttsten Herzensstimmnttg ergriffen, die ganz besonders der Neujahrsnttd der V er s ö h 1t n tt gs ta g in mts erweckett. Ja. diese Stnttde hat auch etwas vom Versöhnnngstage in sieh, sagett doch schon unsere Weisen, daß der Vermählnngstag für das Brautpaar an heiliger Weihe dem Veriöhttttttgstage gleiche. Wie aut Versöhmutgstage mtser Aller Attgen fragettd zum Lenker innerer Geschicke ansschattett, ob uns ein ruhiges oder bewegtes Leben beschiedett sei, so schwebt auch ans den Lippen oder itn Herzen erttstdettkender Bramtonte -- ausgesprochen oder tief empfunden — die Frage des treuen Dieners Abrahattis, der da ausging, eilte würdige Gattin für den Sohtt seines Herrn zu suchen: ״Wird der Ewige beit Weg, den tvir fortan miteinander wandeln tvvllen, zu eitteu: glücklichett werden lassen?" Alleitt wie es