Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Rose im Blauen, und die Rose eine rothe Sonne im Grünen, und mit Recht können wir dasselbe von der Liebe sagen; sie ist die goldene Rose und die liebliche Sonne bei allen Gestaltungen und Farben des Lebens; sie ist die Rose auf den ebenen Pfaden, die Sonne über der stellen Höhe des Lebens. Wohl Ihnen, wenn die Freuden und Stürme des Lebens Ihnen diese Rose nicht entblättert, und wenn der Nebel und Niederschlag eines viel gestaltenden Daseins Ihnen diese Sonne nicht umdüstert; wohl Ihnen, wenn der Gatte in seiner Gattin die Rose, die Gattin in ihrem Gatten die So iure ihres Lebens erblickt, dann bedürfen sie nicht des Schmelzes und des Schmuckes eiteler Blumen und Blüthen, erborgten äußeren Glanzes, es leuchtet Ihnen die Liebe ״l’or olam“ zum ewigen unvergänglichen Lichte. II. Und das Zweite, das der Stärke und Festigkeit bedarf, es ist das Leben. Hier im Leben soll es offenbar werden, daß die Ideale, die in Ihrem Innern leben, nicht unklare und verworrene Jugendträume sind; sondern daß Ihr Leben und Streben feste Ziele im Auge hat, dem: gerade in der Ehe concentrirt sich der Mensch; hier gewinnt der Mensch in dem Mittelpunkte seines Schaffens und Wirkens, den er gesunden, und auf den er alle seine Bestrebungen zurückbezieht, die Einheit seines Geistes und die Ruhe seines Charakters. Die Treue, welche zum Wesen der Ehe gehört, nimmt die Neigungen in strenge Zucht, macht dem Verzetteln des Herzens ein Ende und wird dadurch zur Treue gegen sich selbst, gegen sein eigenes, besseres und sittliches Wesen. Der festbegrenzte Kreis von Pflichten und Aufgaben bringt Einheit und Klarheit in das Streben, setzt dem geistigen Schwelgen und dem roinantischeu Schwärmen in's Unbegrenzte feste Grenzen. Und bedürfet: wir nicht der Stärke und Festigkeit bei dem Wechsel des menschlichen Glückes? den!: nicht immer geht unser Lebensschifflein auf spiegelglatter See, es stößt auf ma::che Sandba!:k der Enttäuschung, Stürme umbrausen es,