Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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27 nichts zum Augenblick zu sagen: verweile doch, du bist so schön, er slieht und entschwindet und das laut pochende Herz schlägt au die Psorten der Zeiten und begehrt Aufschluß und Antwort über die kommenden Tage. Da giebt es denn freilich keine unbedingt sichere und unfehlbare Kunde. Das^ am nächsten Sabbath zu verlesende Schriftwort erzählt uns, wie Kaleb und Josna zu dem Volke, das au den Grenzen des gelobten Landes weilte, die muthvollen Worte sprachen: ,״ (*צלה נצלה כי יכול נוכל' 6־wir wollen aufwärts streben und dieses Land gewinnen, denn wir vermögen es". So stehen auch Sie jetzt, g. B.! au den Grenzen eines Landes der Verheißung und Sie diirfen getrost und hoffnungsfroh sprechen: wir wollen auswärts streben, und dieses Land gewinnen, denn wahrlich wir vermögen es. Wie sollte Ihre Zukunft nicht mit allen Blüthen der Freude geschmückt und gekrönt sein, da trotz ihrer Jugend die Liebe, welche Sie zusammenführt, in jahrelanger Prüfung sich bewährt hat. Diese Stiinme des Herzens ist die Stimme Gottes, die Sie aufeinander gewiesen und ihnen verkündet hat, daß Sie in dem trauten Seelenbunde Ihr Lebeusglück finden werden; das ist eine Liebe, wie sie im Buch steht und wie sie im Leben leider nur sehr selten gefunden wird, eine Liebe mit all dem romantischen Zauber, die wie ein Licht Gottes die Menschen verklärt und veredelt; schon das Herz des Knaben schlug für die Maid, die jetzt in bräutlicher Schöne ihm zur Seite steht, der Knabe zog hinaus in die Hauptstadt, die so sehr geeignet ist durch die Mannigfaltigkeit und Ueberfülle der Eindrücke die Jugenderinuerungen zu verlöschen, er entwickelte sich zum Jüngling, er reifte zum Manne, aber sein Sinn weilte bei der Jugendgespieliu und immer wieder lenkte er zu ihr seinen Schritt und nun kouunt nach herzigen Minnen ein fröhlich (Gewinnen. Gewährt dies Alles nicht einen herrlichen Ausblick ans die Zukunft'? Dürfen Sie nicht mit Siegeszuversicht sprechen: *) 4. B. M. 13.30.