Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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47 ins Feuer sich keiner wagen darf, ohne daß er verbrenne, und wie das Wasser den verschlingt, der sich in seine aufgeregten Wellen stürzt, und wie die Wüste so oft in ihrem Sande die Schaaren begrübt, die sich zu ihr wagen, so sind vom Hauche Gölten getroffen, die Feinde Juda's vernichtet worden. Es liegt in der Natur, daß der Einzelne sterben muß; aber ein Volk lebt durch seine Tüchtigkeit, es geht nur unter durch seine Schuld. Die Wurzeln unserer Kraft, sie ruhen in der Lehre, die von! Sinai zu uns niederstieg; und ob auch der Einzelne wanke und weiche und verloren gehe, wer hätte den Muth, das Volk zu schelten, das so mannigfach sich bewährt hat, daß auch in der Gegenwart so begeisterte nnd so besonnene, so tapfere nnd so ausdauernde Kämpfer erzeugt hat. Jeder Einzelne von uns mag zusehen, ob er ein welkes, ob er ein frisches Blatt vonr Stamme Israels ist und danach seinen Werth bemessen; der Stamm aber ist stets erneuter Betrachtung werth, wie die Sonne, wie die Sterne am Himmelszelt; von diesem Stamme gilt das Wort des Propheten Jeremias: ״So spricht der Herr, der die Lonne bestimmt zum Lichte der Tage, die Satzung des Mondes und der Sterne zum Licht der Nacht, der das Meer auswühlt, daß seine Wellen brausen, Herr der Schaaren ist sein Name; wie diese Gesetze sich nicht wandeln werden vor mir, spricht der Herr, so wird der Sproß Israels mcht anshören ein Volk zu sein vor mir in alle Ewigkeit." Amen.