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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 15 (sequence 75)
Language
German
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15 lf)0ra, das (Grundgesetz der göttlichen Religion und der echten (Gesittung, und das Wart sattes van Jerusalem. Und sie werden einander nichts Böses znsiigen und nichts verderben ans ineinem ganzen lieiligen Berge, denn vall wird sein die Erde van Gotteserkenntniß, wie die Wasser den Meeresgrund decken!" Wahrlich, in diesem 2imu' ist es keine leere Formel, wenn wir am Lederabend ansrnsen: ״Dieses Jahr nach hier, im nächsten Jahr im Eande Israel", denn wer wahrhast jene selige Zeit herbeiwünscht, der wird auch )vahrhast streben, durch Selbstreredlnng und Förderung des (Eliten, Edlen und Schönen ihr Herannahen zu beschleunigen. U))d nicht minder bedeutungsvoll ist der zweite Wunsch: ״ השתא עבדי לשנה הבאה בני חוריןDieses Jahr nach Unechte, das nächste Jahr freie lsente". Eder sind )vir heute gar schau völlig frei? Ich meine nicht die staatliche und politische Freiheit, obwohl auch diese nach nicht in vollem Maße uns geworden ist: denn nicht im Gotteshanse ist die Stätte, wo sie erkämpft, erstritte» werden soll. Aber ich meine die innere Freiheit, die den Menschen erst znm Menschen macht und ihn über das Tier empvrhebt! Es ist dies die geistige Selbstbestimmung nach sittlichen und moralischen (Grundsätzen, es ist dies die Selbstbeschränknng des eigenen Willens, so )vie Glaube und Religion es fordern! Und welches sind die Schranken, die hier fallen müssen? Es ist die Zweiselsncht, es ist der Unglaube und die Selbst- Überschätzung, es ist der Mangel an Vertrauen auf Gott und die pietätlose Betrachtung mehrtansendjähriger, bewährter Satzungen, es ist die scrnpel und gewissenlose Hintansetzung der idealste!) menschlichen Güter. ״Wer ist ei» Held?" fragen unsere Weisen. ״Wer seine Begierden bezwingt", und nur ein solcher Held vermag die wahre Freiheit zu erlangen. In der Erinnerung an die einstige leibliche Sclaverei, im Schein der uns gewordenen politischen Freiheit, ersehnt Israel die geistige Freiheit, )velche die schönste Ztrone edlen Menschentums ist. Und ein Volk, das am Beginne seines

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