Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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— 32 — Herr und Vater, wir sind schwache Sterbliche, unsere körperliche Hülle sinkt dereinst auch zusammen und wird zu Staub, wirkennen den ewigen, unabänderlichen Gang der Natur. Noch weilen wir hienieden, allgnädiger Gott, aber wissen wir's, wie lange noch? — ob nicht deine Weisheit vielleicht schon das verhängnißvolle Urtheil gefällt hat über den Einen oder den Anderen von uns oder von den Unsrigen? Barmherziger Vater! geschieht's der Sünden wegen, 0 so vergieb, so verzeih', so versöhne, heute am Versöhnungstagc, ״du willst ja nicht den Tod des Sünders, sondern nur seine B e s s e r u n g" — rufst du uns durch den Mund deines Propheten zu. O schneide unseren Lebensfaden nicht zu früh ab, laß uns bestellen unser Werk aus Erden, Dir zur Ehre, uns zum Heile! Nimm uns nicht von hinnen, ehe die Kraft uns ist verblüht, ehe das Streben in uns ist ermattet! אלתעלני ״ כחצי ימי אליO Gott, nimm uns nicht von hinnen in unseres Lebens Kraft und Fülle!" Laß uns mit sreudigeiit Muthe, mit ungetrübter Lebenslust wirken und schaffen. Jeden in seinem Kreise, bis daß der Abend unseres hiniedigen Lebens hereinbricht und wir vom Morgenstrahl der Ewigkeit geküßt, sanft eingehen zu Dir, ewiger Urquell des Lebens: ״O, gedenke unser zum Leben, Herr, der Du Wohlgefalleu hast am Leben; Schreib' uns ein in das Buch des Lebens — Um Deinetwillen, Gott des Lebens!" Amen! Amen! i