Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Herr!" (Pf. 119, 142); dann besiegelt sich die Weihe des Festes, die Lehre, die der Feier entströmt, mit der ächten, rechten Sittenthat (צדיקה), deren beseligender Inhalt die Berechtigkeit gegen uns selbst, unsere Mitmenschen und den König des Weltalls ist. Die sittliche That ist die höchste Blüthe der religiösen Wissenschaft, die Krane unserer festlichen Gedanken und Gebetesweihe. Zittern und zagen wir aber vor der That, welche die höchste Selbstverleugnung, die größte Aufopferung erheischt, fürchten wir, daß die Thal des Hochgefühls und der edlen Gesittung in des Daseins schwerem Kampfe, des Lebens unheilvoller Zerklüftung nicht wird zum Ausdruck, zur Geltung gelangen können; fürchten wir, daß der Tekiah-Ton, der gerade schlichte Ton der Wahrheit, spurlos verhallen, die Redlichkeit an der steilen Felsenwand des Schicksals scheitern und in ״ שבריםTrümmer" zerfallen wird: fürchten wir des Geschickes und der Menschen feindliche Gewalten:ותקעתם בחצצרת ונזכרתם לפני ה׳ אלזדבםונושעתם ״ מאוביכםso, sagt die hellige Schrift, blaset in die Posaunen, seid eingedenk Eures Gottes, und Ihr werdet gerettet sein von Euerem Feinde" (9hmt. 10,9); so lassen wir nun die Trommeten schallen, die Fahne des göttlichen Gedankens wallen, und wir finden vor den Feinden Schutz und Rettung in dem Herrn. ״Glicht sieht der Herr das Unglück in Jakob, nicht das Elend in Israel, Gott ist mit seinem Volke, und der Posauuenschall des Königs ist bei ihm.ותרועת מרך בו ״ iRum. 23,21). Das Gottesgnadenthum des himmlischen Königs lebt in der Seele des Volkes, soserne der Majestät göttliche Lust melodisch hallt und schallt in des jüdischen Volkes Brust. Mit dem Posaunenrus der Pflicht, dem Teruah-Ton der Begeisterung wollen wir daher, m. A., uns begeben ins Reich der That, beleben das errettete Bewußtsein, ausrichten die gebeugte Kraft, hoch tragen das Panier der Gotteslehre und der Volkesehre. Verkennet uns auch die Welt, erkennet doch der Allgiitige die sittliche Thalhandlung. Denn eine innere Stimme spricht zu uns: Wisse was über Dir ist. Es giebt ein Auge, das sieht deine aufrichtige Reue,