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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 50 (sequence 56)
Language
German
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50 Leben, an welchem wir den himmlischen Vater Preisen, שהחינו והקימנו והגיענו לומץ הוה, der uns erleben, erreichen ließ die Zeit der Sammlung im Geiste des Herrn. Es ist ein Tag, an welchem der hohe Priester im Heiligthume der Vorzeit die dreifache Aufgabe hatte: ״Die Sühne für sich, sein Haus und die ganze Gemeinde Israels" (Levit. 16,17). Auch uns beseelt jene priesterliche Weihe, mit der wir uns versammeln in unseren Gotteshäusern, damit wir uns selbst sühnen durch die reuige Wiederkehr zu Gott (תשובה), unsere Familie sühnen durch heilige Andacht (,תפלה), die Gesammtheit versöhnen durch Liebe und Milde, Thaten des für die Gemeinde treu gesinnten Herzens (צדקה). Denn Gott erhört die Gebete, giebt Lieb' um Liebe, vervielfältigt die Verzeihung, giebt Erlösung, wenn wir uns selbst befreien durch reuige Wiederkehr zu ihm, und übt der Gnaden Fülle mit uns, wenn Werke der Liebe wir stiften. — Diese Momente mögen bei der Betrachtung uns leiten, die wir weihen dem Gotte der Geister, dem himmlischen Könige, der die Sünden seines Volkes verzeihet. Amen! I. Die reuige Wiederkehr Unsere Fehler, m. A., wurzeln größtentheils in der Ungerechtigkeit gegen Andere und uns selbst. Sind wir glücklich, wir meinen, es sei unser Verdienst, und unser Selbst wird nicht selten der alleinige Mittelpunkt unseres Fühlens und Denkens. Wie ungerecht sind wir oft auf den Höhen des Glückes gegen Diejenigen, die entweder von diesen Höhen herabgestürzt sind, oder diese niemals zu erreichen vermochten, weil sie in der Niederung des Lebens wandeln. Im Glücke also sind wir oft ungerecht gegen Andere. Im Unglücke wiederum — und dies beweist zur Genüge die Tragik unserer Zeitgeschichte und -Geschicke — sind wir zumal angesichts einer falschen, von der Gunst des Augenblickes abhängigen öffentlichen Meinung geneigt, ungerecht zu sein gegen uns selbst. — Wo aber ist die höhere Macht, von

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