Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 208)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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195 traurige Ende des armen sterblichen Menschen an? Meine Hände, die die Thorah aus Gottes Hand empfangen, sie wer- Len nwdern im Grab." Und wenn der Tod uns allein träfe, unser Lebenslicht allein auslöschte; aber die heiligen Bande, Lie er löset und grausam zerreißet, die heiligen Beziehungen und Verhältnisse der Menschen zu einander, die er zerstöret und vernichtet! Wenn er diejenigen, die hier in einer ״Hütte des Friedens" zusammengelebt und zusammengeweilt, mit einem Male von einander reißet und trennet, wenn er uns diejenigen, an denen wir mit allen Fasern unseres Herzens hangen, raubet, wenn er uns einen guten Vater, eine zärtliche Mutter, oder gar ein Kind, den Trost, die Hoffnung unseres Daseins, tns finstere Grab schleudert, kann da die Rede noch sein von Freude, von Jubel, von Zufriedenheit und Glückseligkeit! Kennt Ihr nicht jene schwarzen finsteren Wolken, die den Himmel unseres Lebens dann decken und trüben, und die Schatten des Grams und Kummers über unser ganzes Dasein breiten! Je schöner die Erde, desto größer der Schmerz, die Qual und Pein. Aber auch der Schmerz, m. A., auch die יסורין, find dem Menschen nützlich und heilsam und Gott kleidet die Erde in Pracht und Herrlichkeit, füllet sie mit Glück und Segen, damit uns der Gedanke, sie einst verlassen zu müssen, tief schmerze und betrübe — בזכות ג דברים״" sagt unser Text, drei Dinge lassen niedersteigen den Regen, den Segen vom Himmel zur Erde und eines dieser drei ^יםורי. der Schmerz. Die Brust des Menschen soll von Schmerz erfüllt werden, wenn er daran denket, daß all der reiche Erdensegen für ihn einst aufhört und schwindet, wenn er dem Erdenleben entrückt wird. Der Schmerz ist nützlich und heilsam und bewahrt uns vor Dünkel und Ueberhebung, vor Stolz und Hochmuth. Wie leicht könnten wir unbescheiden, übermüthig, hochmüthig werden, wenn wir hinieden nichts als שמחה, als reine ungetrübte Freude hätten! Der Gedanke an den Tod erinnert uns, wie flüchtig und kurz das menschliche Leben, wie eitel und vergänzlich das irdische Gut, erinnert uns, daß wir nicht das