Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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59 in das Stiftszelt, siehe, da war aufgeblüht der Stab Aron's> vom Hause Levi und hatte Blüthen getrieben, Knospen hervorbrechen und Mandeln heranreifen lassen. Das sah das- Volk — und die Sache war zu Gunsten des Priesters u1ck> zur Befriedigung Aller für immer entschieden. M. A.! An diese Erzählung des heutigen Wochenabschnittes gemahnt und erinnert mich der feierliche Moments an dem ich das erste Mal zu dieser Gemeinde als ihr religiöser Vertreter spreche. Gewählt hat sie mich, dauernd iw ihrer Mitte der heiligen Verrichtungen zu warten, das Recht hat sie mir gegeben, das göttliche Wort von dieser Stätte aus ihr zu verkünden, die Ehrenpflicht mir auferlegt, die Herzen zu Gott zu leiten, mit religiöser Gesinnung sie zu erfüllen und zu durchdringen. Berufen hat sie mich zu diesem hohen Amte — aber wie, werde ich auch der wahrhaft Berufene sein? Den Aronsstab des heiligen Dienstes hat fte mir übergeben, aber werde ich auch die Kraft und den Willen haben, mit fester, sicherer Hand ihn zu führen? Werde ich entsprechen den berechtigsten Erwartungen, welchen sie soeben durch den Mund eines würdigen Vertreters in eindringlichen Worten zum Ausdrucke gebracht hat? Das sind Fragen^ die nicht Sie allein an mich zu stellen berechtigt sind, die vielmehr in noch viel höherem Grade ich selbst an mich zu stellen verpflichtet bin. Auf einen neuen Boden bin ich gestellt, inmitten einer anderen Stadt - und veränderten Verhältnisseז. kann ich da anders als mit einer gewissen Sorge in die Zukunst blicken, muß mich da nicht auch der Gedanke beschäftigen, ob es mir auch beschieden sein wird, den neuen, zum Theil erweiterten Ansprüchen überall zu genügen. Wer aber kann uns, Ihnen wie mir selbst, hierüber Gewißheit verschaffeu? Nun, m. Fr., in dem gegenwärtigen Augenblick könnew wir diese noch nicht gewinnen; was ich an ihm Ihnen zu bieten vermag, daß sind einzig und allein Worte und Verheißungen, und diese können nimmermehr sichere Bürgschaft gewähren. Erft muß vielmehr wie damals, so auch heute, deo Aronsstab eine Zeitlang weilen in der Stiftshütte, im Heilig--