Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 72] (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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Weise zu fördern. -Du sollst von beu Banden der Selbstsucht dich befreien, dem Heile des Vaterlandes, seinem Blühen und Wachsen, dein Schwererworbenes zum Opfer bringen. Und vollends erst als Jude! Welche Pflichten, Arbeiten, Aufgaben werden dir da unaufhörlich auferlegt! ״So viele Tage im Jahre so viele Verbote, so viele Glieder an deinem Körper, so viele Gebote." Dann kommt erst ein Heer von Vorsichtsmaßregeln, ׳ rabbinischer Gebote, von Bräuchen und Sitten, die dir den Genuß erschweren und die Lebensfreude nach gethanem sauren Tagewerk hindern. (Tauch. Korah• Abschn. 12) הש״טן בגמטריא כמנין ימות החמה• Willst du den Regungen deines Herzens nachgehen, wird es dir verboten; willst du deinen Ehrgeiz befriedigen, deinen Rachedurst stillen, so wird es dir nicht erlaubt. Nicht verdächtigen darfst du, oder mit scharfschneidiger Zunge ein Wort in die Menge werfen, was die öffentliche Meinung irre führt! יצר הרע ישעיה קראו מכשול ./ יחזקאל קראו אבן (Succa 52a) So findet der Jezer horah überall und allenthalben H i ndernisse, Beschränkungen und Steine des Anstoßes. Gleisnerisch ruft er daher der leichtgläubigen Menge zu: ״Brich das schwere Joch der Pflichten nnd Arbeiten die das Judenthum in allen Verhältnissen dir auferlegt; folge mir getrost und du wirst ftei von allen Banden der Pflicht! Darauf antwortet in überzeugender Weise der יצר טוב mit denselben Worten: ״Ja wohl, groß ist die Arbeit, aber versuche, sie wird gelingen; והשבר מרובה und groß ist auch dann der Lohn". Sage nicht, daß schwach deine Kraft sei,'daß die Hemmnisse unübersteiglich seien. Mit jeder guten That, die du vollbringst, gewinnst du an Kraft, .gewinnst du gleichsam einen Leiter und Helfer, der dich ermuntert ans dem Wege der Tugend zu verharren (Aboth 4) ״ העושה מצוד. אחת קונה לו פרקליט אההWer ein Gebot übt, erwirbt für sich einen Freund", der ihm zur Seite steht. Nur der Anfang ist schwer, der Fortgang wird zusehend, leichter, und man steht nach einer Zeit fest und unüberwindlich da. Schrecke nicht zurück vor dem Gedanken, daß die Arbeit groß sei, und man allen Anforderungen und Idealen der Religion nicht gerecht werden könne. Siehe, nicht erdrücken will dich die Religion unter der großen Zahl ihrer Verordnungen, sondern beglücken will sie dich durch die reiche Auswahl, die sie dir bietet. רצה הק״בה לזכות