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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-08-01 · 11-12 (8.1876) August-September · p. [Seite 36]

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
11-12 (8.1876) August-September
Date
1876-08-01
Page
[Seite 36] (sequence 36)
Language
German
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338 sie, sie hebt, sie trägt, sie faßt das Werkzeug und wendet es zu seinem Zwecke. So arbeitet sie des Tages; oft rinnt der Schweiß von der Stirn, oft wird sie schlaff vor Ermattung. Und wenn sie das Verlangte gethan, dann faßt sie den Lohn, dann greift sie die Nahrung und reicht sie dem Körper. Sagt, meine Themen, scheint es da nicht so, als habe der Mensch den Lohn seiner Arbeit sich und keinem Andern zu danken. Und doch laßt uns prüfen! Die Hand, die thätige Hand, wer hat sie uns gegeben, wer hat sie gebildet, gepflegt, zur Arbeit gestärkt? Wer hat ihre Knochen gebildet/ und nach den Gesetzen der Arbeit gemeißelt, wer hat sie aneinander gefügt, wer ihre Bewegung geregelt? Wer hat ihre Angeln gefertigt und das Oel in die Pfanne gestrichen? Wer hat die Sehnen gezogen und wer die Muskeln gepreßt? Wer hat sie mit Adern durchwebt und das Blut in dieselben gegossen? Wer hat über Alles die Häute gespannt, wer hat dies Kunstwerk vollendet? Und wenn den Arm Du bewegst, wenn Du hebst, trägst, ziehst, drehst, hältst, wer gebietet den Sehnen, den' Muskeln des Armes, wer giebt den Fingern die Kraft? Dein Wille? Was ist denn das. Dein Wille, was macht er denn? Kannst Du das Geheimniß mir lösen? Und wie kömmt es, daß Dein Wille dies vermag? Du denkst, ich will, Du willst bewegen, nun, schon kannst Du's! Und dies Alles ist das Werk kaum einer Sekunde. Sage, o Theurer, wem dankst Du den Arm, die Hand, mit der Du arbeitest? וזכרת את ה' אלקיך מי הרא הכתן לך כח לעשת חיל. 11. Des Menschen Arbeit! die höhere ist die des Geistes. Du denkst nach, wie Du die Umstände klug benutzest, um einen reichen Gewinn zu erzielen, Du siehst Dich nach den Orten um, woher $>1t ■ Deine Waare schaffest, Du sorgst, sie so billig als möglich einzukau-' fen, daß ihre Beschaffenheit aber gut sei und für Deine Zwecke sich eigne, Du denkst nach, wie Du die Waare sicher und unversehrt in Dein r Haus schaffest, wie Du sie vor Schaden hütest, oder wie Du sie bald und mit reichem Gewinn an den Nebenmenschen überlassen kannst. Dabei berechnest Du die Lieblingsneigungen der Menschen, ihre Schwächen und Eigenheiten, die Du zu schonen hast, Du erwägst die Stärke des Bedürfniffes, die Masse der Nachfrage und die des Angebots, Du prüfst die Zahlungsfähigkeit Deiner Geschäftsfreunde, die ganze Lage der

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